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Ingwer, Zingiber officinale

Die ayurvedischen Medikamente gelten in Deutschland nicht als Medikamente sondern als Nahrungsergänzungsmittel. Dennoch sollten sie, auch wenn es „nur“ Pflanzen oder Gewürze sind, ernst genommen werden. Bitte nehmen Sie nicht einfach irgendwelche ayurvedischen Mittel nach Selbsteinschätzung ein, sondern lassen Sie sich von einem ayurvedisch ausgebildeten Arzt beraten. Die Pflanzen müssen zu Ihnen passen, sie können auch Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten haben. Daher rate ich dringend von einer Selbstmedikation ab!

 Verwendet wird der Wurzelstock.

Beim Ingwer wird unterschieden zwischen getrocknetem und frischem Ingwer.

Shunţhi (trockener Ingwer)

Rasa (Geschmack): scharf

Guna (Eigenschaft): leicht, ölig

Madhura vipaka (süße Nachverdauungswirkung)

Ushna virya (erwärmende thermische Wirkung)

Dosha: Vata Kapha verringert

Ardraka (frischer Ingwer)

Rasa (Geschmack): scharf

Guna (Eigenschaft): schwer, trocken, scharf

Katu vipaka (scharfe Nachverdauungswirkung)

Ushna virya (erwärmende thermische Potenz)

Dosha:  Vata Kapha verringert

Der Unterschied ist gar nicht so groß, lediglich die Wirkung in der Nachverdauung ist deutlich unterschieden. Meine Erfahrung ist allerdings genau entgegengesetzt: der frische Ingwer wirkt auch süß, der getrocknete Ingwer nur scharf. Daher würde ich frischen Ingwer für alle Konstitutionen empfehlen. Der getrocknete Ingwer kann Pitta stören. Daher sollte Ingwerwasser besser aus frischem Ingwer zubereitet werden. Je nach Geschmack können eine oder mehr Scheiben frischer Ingwer mit kochendem Wasser übergossen werden, 10 Minuten oder länger ziehen lassen, im Laufe des Vormittags trinken. Ingwerwasser sollte nur bis ca. 14 Uhr getrunken werden, weil es das Verdauungsfeuer anregt und dadurch auch appetitanregend wirkt, abends aber nicht soviel gegessen werden sollte. Außerdem wirkt es anregend und könnte abends den Schlaf stören. An sich ist Ingwerwasser ein guter Kaffee Ersatz.

Wirkungen: Ingwer gilt in vielerlei Hinsicht als Allheilmittel. Er regt Agni (das Verdauungsfeuer) an, wirkt dadurch verdauungsfördernd, aber auch der Gallefluss wird gesteigert. Er wärmt die Peripherie, wirkt schweißtreibend und auf die Atemwege. Außerdem stimuliert er das Herz. Ama (Halbverdautes, „Schlackenstoffe“) werden abgebaut, Schleim wird reduziert. Ingwer hilft gut gegen Übelkeit, insbesondere Reiseübelkeit.

Indikationen: Völlegefühl, Appetitlosigkeit, Ödeme, Bronchitis, Asthma, Verstopfung, Verdauungsstörungen, Hämorrhoiden, Arthrose, Rheuma

Inhaltsstoffe: 2,5-3% ätherisches Öl, nichtflüchtige Scharfstoffe, mehrere Diarylheptanoide

Die Inhaltsstoffe zeigen Serotonin-antagonistische Wirkungen, dämpfen autonome Zentren des ZNS, zeigen jedoch keinen direkten Einfluss auf das Vestibularsystem. Der antiemetische Effekt basiert u. a. auf einer Hemmung der 5-HT3-Rezeptoren-Funktion. Ingwer kann die Blut-Hirn-Schranke überwinden.

Kommission E: positiv Monographie für dyspeptische Beschwerden, Verhütung der Symptome der Reisekrankheit

Schwangerschaft als Kontraindikation ist strittig. In den klassischen ayurvedischen Texten wird Ingwer in der Schwangerschaft empfohlen.

Fertigpräparate: z. B. Zintona Kapseln

Quellen:

1)     Schilcher et al., Leitfaden Phytotherapie

2)     Zoller/Nordwig, Heilpflanzen der ayurvedischen Medizin

 

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