


Die Haut ist das größte Organ des menschlichen Körpers. Sie
bildet unsere Begrenzung zur Außenwelt und ist gleichzeitig das
Organ, über das wir mit unserer Umwelt kommunizieren.
Nach ayurvedischer Lehre entstehen die sieben Schichten der Haut in
der menschlichen Entwicklung genauso, wie auf kochender Milch Haut
entsteht. Die Haut wird in einem komplizierten Stoffwechselvorgang
stetig erneuert. Die Haut ist ein sogenanntes „Nebengewebe“
(Upadhatu) des Muskelgewebes. Erkrankungen der Haut hängen nach
ayurvedischer Vorstellung eng mit dem Stoffwechsel von
Nahrungsessenz (Rasa), Blut (Rakta) und Muskelgewebe (Mamsa)
zusammen. Die Haut ist vor allem Sitz der Bioenergie Pitta, aber
auch Vata (im Tastsinn) und Kapha (als Talg) manifestieren sich
hier. Im ayurvedischen Schrifttum wird eine Vielzahl von
Hauterkrankungen beschrieben.
Die Diagnose beginnt auch in diesem Falle mit einer Untersuchung der Konstitution (Prakrti) und des energetischen Ungleichgewichts (Vikrti). Bei der Unersuchung der Krankheit sind Krankheitsursache, prodronale Symptome, manifestes Krankheitsbild, Linderung und pathogenetischer Prozess (Nidanapancaka) besonders zu berücksichtigen. Auch Dauer und Schwere der Erkrankung sind von Bedeutung für die Therapie. Für das spezifische therapeutische Vorgehen ist es wichtig, den Stoffwechsel der Gewebe (Dhatu) einzuschätzen und gegebenenfalls über Aderlass oder ähnliches Einfluss zu nehmen.
Bei sehr lange bestehenden Hauterkrankungen ist es notwendig, über einen längeren Zeitraum mit pflanzlichen Zubereitungen und einer entsprechenden Diät pathologische Krankheitskomplexe zu lösen. Dann beginnt die eigentliche reinigende und ausleitende Therapie –bevorzugt in einem Panchakarma-Therapieverfahren.
Besteht die Hauterkrankung noch nicht sehr lange, kann auch gleich ein Panchakarmaverfahren indiziert sein.
In der Vergangenheit konnten wir eine Anzahl von Patienten mit
den verschiedensten Hauterkrankungen (Neurodermitis, Psoriasis u.
a.) behandeln. Durch die ayurvedische Behandlung konnte die
Erkrankung in manchen Fällen gelindert und in vielen Fällen
ausgeheilt werden. Je nach Schwere der Erkrankung ist dem Patienten
mit Hauterkrankungen auch zu empfehlen, in regelmäßigen Abständen
das Panchakarma-Therapieverfahren zu wiederholen.
Ananda S. Chopra
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