Ghee (Butterschmalz)

Ghee in einem Einmachglas

Ghee – das goldene Elixier des Ayurveda

Ghee, das in europäischen Regionen oft als Butterschmalz bekannt ist, spielt im Ayurveda gleich eine doppelte Rolle: als wertvolles Nahrungsmittel und Medizin zugleich. Im Vergleich zur Butter bietet Ghee viele interessante Vorteile und kann sowohl innerlich als auch äußerlich angewendet werden. Als „goldenes Elixier“ ist es besonders bekannt für seine entgiftenden Eigenschaften, kann aber auch, kombiniert mit speziellen Kräutern, bei verschiedenen Erkrankungen wie Psoriasis, erhöhten Cholesterinwerten und Arteriosklerose eine wertvolle Unterstützung sein.

Wie wird Ghee hergestellt?

Ghee gilt als die wichtigste aus Milch hergestellte Arznei und wird im Ayurveda mit dem Element Liebe im Körper verbunden. Zur Herstellung wird Butter zum Kochen gebracht und ihr so die lebenden Enzyme entzogen, die sonst zur Bakterienbildung beitragen könnten. Das gewonnene Ghee wird anschließend durch ein Leinentuch gefiltert und in einem lichtgeschützten Glas aufbewahrt. Die Qualität des Ghees hängt von der Qualität der Butter, von der Herstellung und Lagerung ab. Dabei gilt: Je älter das Ghee, umso höher sein Heilwert.

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Die Eigenschaften und Anwendungen im Ayurveda

Im Ayurveda wird Ghee eine Vielzahl gesundheitsfördernder Eigenschaften zugeschrieben, von denen bislang jedoch nur wenige wissenschaftlich belegt sind. Dennoch unterstreichen die jahrtausendealte Tradition der ayurvedischen Heilkunst und die Erfahrungen zahlreicher Anwender in Kliniken weltweit seinen besonderen Stellenwert.

Traditionelle Eigenschaften von Ghee im Ayurveda

Laut Ayurveda ist Ghee leichter verdaulich als Butter oder andere Fette und Öle. Außerdem wird es mit entzündungshemmenden Eigenschaften in Verbindung gebracht. Gemäß der Sushruta Samhita, einer alten ayurvedischen Schrift, zählt Ghee zu den ultimativen antientzündlich wirkenden Lebensmitteln.

Innere Anwendungen

Ghee wird im Ayurveda vor allem durch den Verzehr angewendet, entweder pur, in kleinen Mengen eingenommen, oder als Bestandteil von Speisen und speziellen Heilrezepturen. Innerlich angewendet wird Ghee als vielseitiges Heil- und Stärkungsmittel beschrieben, das Körperfunktionen unterstützt und ins Gleichgewicht bringt:

  • Regeneration der Verdauungsfunktionen und des Magens bei Magengeschwüren und Darmentzündungen
  • Stärkung der Abwehrkräfte
  • Blutreinigung
  • Verbesserung des Schlafs
  • Harmonisierung des Hormonhaushalts
  • Steigerung des Erinnerungsvermögens und der Intelligenz
  • Mögliche Verlängerung der Lebenszeit

Äußerliche Anwendung auf der Haut

Auch äußerlich findet Ghee vielfältige Einsatzmöglichkeiten, besonders in der Hautpflege:

  • Unterstützung der Wundheilung und Verringerung von Narben- oder Blasenbildung
  • Gesichtspflege, um Make-up zu entfernen und gereizte Haut zu beruhigen
  • Hautverjüngung und Förderung eines frischen Hautbildes

Ghee zur Entgiftung anwenden

In der Panchakarma-Kur, einem zentralen Bestandteil der ayurvedischen Therapie, ist das dreitägige Trinken von warmem Ghee eine bedeutende Maßnahme. Diese Maßnahme soll den Körper auf die Entgiftung vorbereiten. Für viele Patienten ist dies eine Herausforderung, da das Trinken der größeren Mengen Ghee zu schwerer Übelkeit führen kann, wodurch es in dieser Zeit schwerfallen kann, sich zu bewegen, ohne die Flüssigkeit zu erbrechen. Trotzdesse gilt die Anwendung im Ayurveda als unverzichtbar.

Um fettlösliche Toxine auszuleiten und die Leber zu entlasten, wird das Ghee mit einer speziellen Kräutermischung (bekannt als Amalkadi Ghrita) verwendet. Dieses medizinische Ghee wird in einem aufwändigen Prozess hergestellt, bei dem es etwa 100 Stunden lang mit Heilkräutern sanft gekocht wird. Obwohl die genaue Wirkungsweise dieses Verfahrens noch nicht vollständig verstanden wird, berichten Ayurveda-Experten seit Jahrtausenden über positive gesundheitliche Ergebnisse bei den Patienten nach der Kur.

Ghee aus Sicht der Wissenschaft

Eine der bemerkenswertesten Eigenschaften von Ghee ist seine Zusammensetzung. Es besteht hauptsächlich aus gesättigten Fettsäuren und enthält auch Antioxidantien wie Vitamin E. Studien deuten darauf hin, dass diese Antioxidantien Entzündungen im Körper reduzieren können, was zu einer verbesserten Herzgesundheit führen könnte.

Des Weiteren wurde in einigen Forschungsarbeiten gezeigt, dass Ghee möglicherweise den Cholesterinspiegel regulieren und zur Gewichtsabnahme beitragen kann. Dies könnte auf die Anwesenheit von kurzkettigen Fettsäuren im Ghee zurückzuführen sein, die den Stoffwechsel ankurbeln und den Körper bei der Fettverbrennung unterstützen können.

Einige Studien haben auch die potenziellen antimikrobiellen Eigenschaften von Ghee untersucht. Es wird vermutet, dass bestimmte Bestandteile von Ghee, wie Butyrat, die Entwicklung von pathogenen Bakterien im Darm hemmen können, was zu einer gesünderen Darmflora führen könnte.

Obwohl diese Ergebnisse vielversprechend sind, sind weitere Studien erforderlich, um die genauen Mechanismen und Auswirkungen von Ghee auf die Gesundheit besser zu verstehen. Insgesamt deutet die vorhandene Forschung jedoch darauf hin, dass Ghee potenziell zahlreiche gesundheitliche Vorteile bieten könnte, die es zu einem interessanten Thema für weitere wissenschaftliche Untersuchungen machen.

Vorteile gegenüber herkömmlicher Butter

Ghee wird zwar aus Butter hergestellt, gilt jedoch als deutlich bekömmlicher. Beim Klären werden Milchzucker (Laktose) und Milcheiweiße weitgehend entfernt, sodass nahezu reines Milchfett zurückbleibt. Deshalb ist Ghee praktisch laktose- und milcheiweißfrei und damit auch für Menschen mit Laktoseintoleranz oder Milchallergien eine gute Alternative. Außerdem kann Ghee auf bis zu 190 °C erhitzt werden, ohne dass sich freie Radikale bilden. Dadurch eignet es sich ideal zum scharfen Anbraten, Frittieren und Backen. Darüber hinaus ist Ghee bei Raumtemperatur ungekühlt sehr lange haltbar, während Butter ungekühlt schnell ranzig wird. 

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