„Gut schläft, wer gar nicht merkt, dass er schlecht schläft.“ schrieb schon der römischer Aphoristiker Publius Syrus.
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Fallbeispiel: Schlafstörung und AYURVEDA

 58-jährige weibliche Patientin 

Schlafstörung - Diagnosen:

-          Insomnia (schwere Einschlafstörung)
-          Fluor genitalis 

Schlafstörung - Vorgeschichte:

Seit zwei Jahren leidet die Patientin an einer schweren Ein schlafstörung. Sie liegt jede Nacht wach und schläft erst gegen vier oder fünf Uhr ein, um dann etwa um acht Uhr wieder aufzuwachen. Die Schlafstörung begann, nachdem die Patientin über längere Zeit ihre schwer kranke Mutter gepflegt hatte, die vor zwei Jahren verstarb. 

Die Patientin ist von Beruf Biologin, arbeitet aber seit etwa 15 Jahren als Heilpraktikerin mit klassischer Homöopathie. In ihrer Praxis ist sie sehr beschäftigt und erfolgreich. Trotz der Schlafstörung arbeitet sie viel, nach eigener Aussage kann sie „durchhalten“, möchte aber nun nicht so weiter leben. Zudem besteht seit neun Monaten ein (schulmedizinisch wie auch homöopathisch) therapieresistenter weißlicher Fluor aus der Vagina. 

Die Patientin kommt im Rahmen einer 14-Tage-Kur zur Aufnahme. Die Aufnahmeuntersuchung ergibt einen altersentsprechenden Normalbefund. Eine Hyperthyreose kann ausgeschlossen werden. 

Schlafstörung - Therapie:

Aus ayurvedischer Sicht hat die Patientin eine Vàta-Pitta-Konstitution (Prakrti) mit einer Vàta-Aggravation. Wir entscheiden uns für eine Vàta-beruhigende Therapie, in der spezielle äußerliche Ölbehandlungen (in diesem Falle besonders der Sirodhàrà genannte Ölstirnguss) im Vordergrund stehen. Auch hierbei werden in der ersten Kurphase „mobilisierende Maßnahmen“ (Pùrvakarma) durchgeführt. Die anschließenden spezifisch Vàta-beruhigenden Therapien können dann ihre Wirkung besser entfalten. 

Der Therapieverlauf sieht folgendermaßen aus:

Tag 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14
Snehana:
              A. Snehapana
(Innerliche Fettbehandlung)
                     
              B. Bahya Snehana
(Äußerliche Fettbehandlung)
             
speziell:    Sirodhara
                  (Stirnölguß)
               
Svedana (Schwitzen)                        
Virecana (Abführen)                          
Bastikarma (Enemata)                    

Neben diesen speziellen Therapieverfahren nimmt die Patientin auch an den regelmäßigen Yoga-Übungsstunden teil. Die Ernährung ist, je nach Kurphase und Konstitution, besonders abgestimmt. 

Schlafstörung - Verlauf und Ergebnisse: 

In den ersten Tagen des stationären Aufenthaltes bleibt das Schlafmuster der Patientin unverändert; die Compliance ist erschwert. Durch die intensive persönliche Betreuung, die in der Ayurveda-Klinik möglich ist, gelingt es aber, das Therapieverfahren konsequent durchzuführen. Am 11. Tag des stationären Aufenthaltes hat die Patientin –seit zwei Jahren zum ersten Mal- sechs Stunden durchgeschlafen. In den letzten Tagen des stationären Aufenthaltes stabilisiert sich dieses Schlafmuster. Während einer Nachbeobachtungszeit von etwa zwei Monaten (ambulant telefonisch) sind keine Ein schlafstörung en zu verzeichnen; außerdem ist nach der oben beschriebenen Pancakarma-Kur auch der Fluor genitalis nicht mehr aufgetreten. Diese Auswirkung der Therapie fällt allerdings erst nach Abschluss des stationären Aufenthaltes auf. 

E-mail: info@ayurveda-klinik.de Adresse: Ayurveda-Klinik Kassel, Habichtswald-Klinik, Wigandstrasse 1, D-34131 Kassel.

Ananda S. Chopra

(Dr. Kalyani Chopra, Leitende Ärztin der Ayurveda-Klinik Kassel)

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