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Raktamokshana (Ayurvedischer Aderlass)

Der Aderlass (Sanskrit: Raktamoksana) ist seit alter Zeit eine wichtige Behandlungsform in der AYURVEDA-Medizin. Der Aderlass dient – nach ayurvedischer Vorstellung – zum einen der Entfernung von „verunreinigtem Blut“ (z. B. bei einigen Hauterkrankungen) zum anderen kann er Hilfestellung bei der Heilung bzw. Linderung vieler Erkrankungen leisten.
Der berühmte Ayurveda-Arzt Susruta hat den Aderlass als das fünfte Reinigungsverfahren des Ayurveda (Panchakarma) eingeordnet. Toxine, die von Magen-Darm-Trakt in die Blutbahn aufgenommen werden, kreisen durch den Körper. Sie können sich unter der Haut oder in den Gelenkhohlräumen manifestieren und Krankheiten verursachen. Auch in solchen Fällen ist die Ausscheidung von Toxinen und die Reinigung des Blutes notwendig.
Bei vielen Pitta-Erkrankungen (wenn das Feuerelement zu stark und zuviel Hitze vorhanden ist) bewirkt die Entnahme einer kleinen Menge Blutes aus der Vene eine Lösung der Spannung. Auch antitoxische Substanzen im Blut werden durch den Aderlass angeregt. Hierdurch wird der Immunmechanismus wieder aufgebaut.

Wobei kann der ayurvedische Aderlass helfen?

  • Verdünnung des Blutes bei krankhafter Überdickung (z. B. bei Polyglobulie oder Polyzythämie)
  • Blutreinigung und Erneuerung des Blutes
  • Aufbau des Immunmechanismus
  • Verschiedene Hautekzeme, Hautausschläge, Akne, Krätze, Leukodermie
  • Gicht und andere Stoffwechselerkrankungen
  • Leberstörungen sowie bei Vergrößerung der Leber und Milz
  • Magenübersäuerung und Mundfäule
  • Körpergeruch
  • Weißfleckenkrankheit („Vitiligo“)
  • Krankheiten des Blutes und der Knochen (aufgrund Neutralisierung der Toxine im Blut)
  • Hämorrhoiden

Wie geht der ayurvedische Aderlass vor sich?

Es gibt einen kleinen, einen mittleren und einen großen Aderlass, die sich jeweils aufgrund der Menge des entnommenen Blutes unterscheiden. Beim großen Aderlass wird das Blut aus dem Gebiet entnommen, in dem es sich gestaut hat. Beim mittleren und kleinen Aderlass fließt das Blut aus der Vene der Armbeuge.

Im Ayurveda gibt es folgende Methoden des Aderlasses:

  • A: die Veneninzision,
  • B: das Punktieren der Vene (wie bei einer venösen Blutentnahme),
  • C: das Ansetzen von Blutegeln (besonders bei umschriebenen Hautveränderungen) und
  • D: verschiedene Mehoden des Schröpfens.

Am häufigsten kommt die Venenpunktion (Sanskrit: Siravyadha) zur Anwendung.

Voraussetzung für die Durchführung eines ayurvedischen Aderlasses ist eine gründliche Diagnostik auf der Grundlage der Ayurveda-Medizin. Neben einer eingehenden Konstitutionsdiagnostik spielen aktueller Zustand der Körperenergien, Zustand des Blutes und Allgemeinzustand des Patienten eine besondere Rolle. Sehr oft ist der ayurvedische Aderlass Teil eines umfassenden Behandlungskonzeptes. In diesem Falle sollten andere ausleitende Verfahren abgeschlossen sein. Der ayurvedische Aderlass sollte möglichst am Anfang des Herbstes oder – in anderen Jahreszeiten – an Tagen, an denen mittlere Außentemperaturen herrschen, durchgeführt werden. Zur vorbereitenden Mobilisierung krankmachender Faktoren werden am Tage vor dem Aderlass eine Öl-Synchronmassage und ein Kräuterdampfbad durchgeführt.

Durch diese vorangegangene Mobilisierung wird erreicht, dass Verunreinigungen des Blutes zuerst und vornehmlich ausgeschieden werden. Dies wird weiter gefördert durch die Tatsache, dass beim ayurvedischen Aderlass das Blut abfließt, ohne dass ein Vakuum erzeugt wird.

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