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Allergien/Heuschnupfen

Allergien beruhen schulmedizinisch auf einer Überreaktion des Immunsystems.   Eine Allergie wird im Laufe des Lebens erworben und entwickelt sich durch wiederkehrenden Kontakt mit dem Allergen. Der Körper bildet Eiweißkörper, so genannte Immunglobuline (z. B. IgE). Diese Immunglobuline reagieren mit den Allergenen und sorgen z. B. für eine Histaminausschüttung, welche zu den bekannten Heuschnupfen Symptomen führt.   Eine Untersuchung an mehr als 1000 Kindern hat gezeigt, dass Kleinkinder, die bereits früh mit endogenen Toxinen in Kontakt kommen, ein geringeres Risiko haben, an einer Allergie zu erkranken, als Kinder, die mehr oder weniger steril aufwachsen.

Kinder, die in der Stadt groß werden, haben eine höhere Sensibilisierungsrate gegenüber Heuschnupfen und Asthma als Kinder, die auf einem Bauernhof aufwachsen.

Ayurvedisch könnte der Begriff Allergien mit dem Begriff Asatmya gleichgesetzt werden. Satmya heißt, dass die Doshas (krankmachende Faktoren) einer Person die Pflanzen, Ernährung und Umgebung dieser Person tolerieren. Asatmya könnte als Intoleranz übersetzt werden und in diesem Zusammenhang als Allergie, also als Fehlreaktion auf Pflanzen, Ernährung oder Umgebung. Die Doshas reagieren falsch auf einen auslösenden Faktor.

Ayurvedisch handelt es sich also um eine Störung der Doshas. Je nach den Symptomen, erkennen wir, welches Dosha behandlungsbedürftig ist:

Vata: trockener Husten, Atemnot, Schwindel, Verlust der Erdung, Blähungen, Gelenkschmerzen.

Pitta: Hitze, Rötung, Augensymptome, laufende Nase, Bauchschmerzen, Durchfall, Hautirritationen.

Kapha: Verschleimung besonders der Nasennebenhöhlen, erschwerte Atmung durch Blockaden, Ansammlungen, Aufgedunsenheit.

Bei dem typischen Heuschnupfen liegen häufig sämtliche Symptome nebeneinander vor. Dann sollte das Dosha behandelt werden, welches die Hauptsymptome liefert. Generell empfiehlt sich eine Darmreinigung, da hierdurch sämtliche Doshas an ihren Wurzeln gepackt werden.

Die Ursache der Fehlreaktion liegt meist in einem gestörten Agni (Verdauungsfeuer). Durch ein „normal“ funktionierendes Agni werden nicht nur die Dhatus (Gewebe) gesund erhalten, sondern auch Ojas, Tejas und Prana (Immunität, Feuer, Lebenskraft). Diese sind für ein gesundes Immunsystem zuständig.

Prana sorgt für die Verarbeitung von Sinneseindrücken. Ist nun Prana krank, werden die Sinneseindrücke verfälscht und dadurch die Kommunikation mit der Umwelt und die Reaktion auf die potentiellen Allergene erschwert.

Generell kann gesagt werden, dass die allergische Reaktion nur schwach ausfällt, wenn der Mensch sich prinzipiell in seiner Prakriti (Konstitution) befindet, die Doshas also im individuellen Gleichgewicht sind. Liegt aber gerade sowieso eine Vikriti (Störung der Doshas) vor, wird die allergische Reaktion deutlich stärker ausfallen. Daher ist es immer sinnvoll, eine Pancakarma Kur (ayurvedische Reinigungskur) durchzuführen, welche die überschüssigen Doshas entfernt und somit den Zustand der Prakriti wieder herstellt. Danach wird es auf jeden Fall leichter, eine noch weiterhin bestehende Allergie zu behandeln.

Sollte das Agni stark sein, wird auch bei einem Vikriti Zustand die allergische Reaktion schwächer ausfallen. Agni stellt die erste Schutzbarriere gegen potentielle Allergene dar.

Unterdrückte Emotionen wie Ängste und Sorgen erhöhen Vata. Wut, Haß und Neid erhöht Pitta. Gier, Anhaftung und Besitzsucht erhöht Kapha. Diese Faktoren können auch Allergien auslösen oder verstärken.

Therapie

Ein einmaliges Abführen (unter Anleitung durch einen Arzt) kann z. B. bei Nahrungsmittelallergien schon sehr viel Nutzen bringen. Bei schweren Allergieformen sollte eine komplette ayurvedische Reinigungskur (Pancakarma) durchgeführt werden und auch das in Europa etwas verpönte therapeutische Erbrechen nicht ausgelassen werden. Gerade dies wirkt bei Heuschnupfen Wunder, darf aber keinesfalls allein zu Hause gemacht werden, sondern sollte immer von einem Arzt  begleitet werden.

Die Behandlung des Heuschnupfens sollte schon vor Beginn der Symptome eingeleitet werden. Das heißt, es ist sinnvoll, bereits im Winter die Ernährung entsprechend umzustellen und die Reinigungskur im Frühjahr durchzuführen. In den meisten Fällen muss man sich auf die Senkung von Vata und Kapha konzentrieren.

Wenn der Patient kräftig ist und Kapha dominiert, kann eine starke Therapie durchgeführt werden. Ansonsten muss die Therapie angepasst werden. Auf keinen Fall sollte Vata stark erhöht werden. Die Therapie sollte Kapha und Vata senken, insgesamt erwärmend sein, Vata in die Abwärtsbewegung bringen, aufbauend und lindernd sein.

Die Ernährung sollte Kapha und Vata senkend sein, sowohl prophylaktisch, als auch akut. Die zu bevorzugenden Geschmacksrichtungen sind scharf, bitter und zusammenziehend. Da alle diese Geschmacksrichtungen Vata erhöhen (Vata und Kapha sind relativ entgegengesetzt), muss vorher die Konstitution festgestellt werden und die Empfehlungen müssen dementsprechend angepasst werden. Die einzige Gemeinsamkeit von Vata und Kapha ist die Kälte, beide brauchen also warmes Essen.

Zum Frühstück sind Hirse - oder Gerstenbrei zu empfehlen. Alter Reis und etwas Dinkel sind auch gut. Hafer und Mais sollten vermieden werden.

Öle sollten insgesamt relativ wenig verwendet werden, am besten Sesamöl.

Auch Nüsse sollten vermieden werden.

Früchte sollten nicht roh gegessen werden, eher gekocht oder gedünstet. Gut sind Datteln, Trauben, Feigen, Papaya, Birnen.

Milch und Milchprodukte sind nicht empfehlenswert, wenn, dann mit scharfen  oder bitteren Gewürzen kombiniert.

Sämtliche Meeresfrüchte erhöhen Kapha.

Alle Linsen erhöhen Vata.

An Gemüsen sind gekochte rote Bete, Brokkoli, Blumenkohl, Karotten, gekochte Gurken, gekochte Zwiebeln, wenig Kartoffeln, Rettich, Zucchini, Auberginen, wenig Spargel, Kürbis gut.

Als Süßmittel ist Honig erlaubt.

Zur weiteren Therapie mit Kräutern ist Weihrauch als Cortison Ersatz sehr geeignet (nach Absprache mit dem Arzt).

Um Kapha zu reduzieren, gibt es Mischungen aus scharfen Kräutern in Tablettenform, aber auch als Öl für die Nase. Zur Vata Reduktion gibt es Kräutermischungen in Öl zum lokalen Einreiben.

Im Yoga können speziellen Atemübungen erlernt werden, die als Prophylaxe hilfreich sind.

Obwohl diese Behandlungen schon vor Beginn der Heuschnupfen Symptome durchgeführt werden sollten, sollte dennoch während der Heuschnupfen Zeit der Kontakt mit den auslösenden Allergenen gemieden werden.

Dies gilt natürlich nicht nur für den Heuschnupfen, sondern für alle Arten von Allergien. Nidana parivarjana bedeutet Vermeiden der Ursache. Ist das Allergen bekannt, sollte es gemieden werden. Aber gerade bei Nahrungsmittelallergien oder auch –unverträglichkeiten kann dies massiv einschränken oder im Extremfall sogar zu einer Mangelernährung führen. Daher ist in diesen Fällen unbedingt eine Pancakarma Kur durchzuführen.

Bei Nahrungsmitteln kommt es besonders auf die Kombination an. So ist z. B. kalte Milch häufig unverträglich. Wird die Milch aber warm gemacht und mit Agni anregenden Gewürzen getrunken, kann sie häufig deutlich besser vertragen werden.

Weiterhin ist die Zubereitungsform besonders wichtig. Z. B. werden Rohgemüse häufig schlechter vertragen als gekochte Gemüse.

Ayurveda bietet gerade bei Allergien sehr viel Hilfe, kann aber im akuten Stadium die schulmedizinische Therapie nicht ersetzen.

Dr. Kalyani Chopra

Pancakarma-Kur Eine Therapieform, die im Ayurveda von großer Bedeutung ist. Erfahren Sie mehr

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