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Basilikum (breitkrautiges), Ocimum sanctum, Ocimum tenuiflorum L.

Lamiaceae

Sanskrit: Tulsi

Alle Basilikum Sorten haben ähnliche Wirkungen. Das heilige Basilikum ist Vishnus Pflanze und wird vor den Vishnu Tempeln angebaut. Vishnu ist der Welterhalter und da Dhanvantari, der Gott des Ayurveda eine Form Vishnus ist, ist Tulsi auch für alle Ayurveda-Interessierten eine besonders wichtige Pflanze.

Wenn die Pflanze noch klein ist, werden Stängel und Blätter, sonst nur die Blätter verwendet. Sie gilt als eine der besten stressverringernden Pflanzen.

Tulsi stammt ursprünglich aus Indien und Sri Lanka, ist aber inzwischen in allen tropischen Ländern eingebürgert. Kultivierung ist auch in gemäßigten Zonen möglich. Insbesondere in Hari Krishna Tempeln auch in Deutschland wird diese Pflanze gehegt und gepflegt, da sie Krishna selbst symbolisiert. An sich wächst sie in trockenen Wäldern, blüht November bis März und kann bis zu 75 cm hoch werden.

Die ayurvedischen Medikamente gelten in Deutschland nicht als Medikamente sondern als Nahrungsergänzungsmittel. Dennoch sollten sie, auch wenn es „nur“ Pflanzen oder Gewürze sind, ernst genommen werden. Bitte nehmen Sie nicht einfach irgendwelche ayurvedischen Mittel nach Selbsteinschätzung ein, sondern lassen Sie sich von einem ayurvedisch ausgebildeten Arzt beraten. Die Pflanzen müssen zu Ihnen passen, sie können auch Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten haben. Daher rate ich dringend von einer Selbstmedikation ab!

Im Ayurveda sollten Pflanzen nicht nach Indikation eingesetzt werden, sondern sie müssen auch zur Konstitution des Menschen passen. Daher sollten folgende Charakterisierungen beachtet werden:

Rasa (Geschmack): scharf, bitter

Guna (Eigenschaft): trocken, leicht

Virya (thermische Potenz): erwärmend

Vipaka (Nachverdauungseffekt): katu (reinigend, stoffwechselanregend)

Dosha: Vata und Kapha senkend

Wirkungen:
fiebersenkend, antiseptisch, appetitanregend, schweißtreibend, anthelmintisch (gegen Würmer), stimuliert das Herz, harntreibend (insbesondere die Samen der Pflanze), schmerzstillend

Die Pflanze kann als Deodorant verwendet werden.

Indikationen:
fast alle Erkrankungen der Atemorgane, insbesondere Husten, Hauterkrankungen, Fieber bei Malaria, Bauchschmerzen, Erkrankungen des Urogenitaltrakts,

Dosierungen:

  • frischer Saft 10 – 15 ml täglich
  • Tee 5 – 6 g 3 – 4 mal täglich
  • 10 g Blätter oder Paste täglich kauen
  • 3 – 6 g trockene Blätter
  • bei Erkältung 10 – 15 kleine Blätter mit 3 – 4 Pfefferkörnerpulver in einer Tasse kochendem Wasser für 5 Minuten ziehen lassen, dann filtern
  • Malaria: 15 – 20 ml Aufguss

In Deutschland ist Tulsi Tee erhältlich, auch in Bio-Qualität. Dieser kann sehr gut verwendet werden.

Vor jedem Vishnu Tempel finden sich Tulsi Pflanzen. Wird eine Tulsi Pflanze gepflegt und gegossen, ist dies wie ein Gottesdienst an Vishnu bzw. Krishna.

Es gibt eine kleine Geschichte, in der Krishna mit Tulsi gleichgesetzt wird: Krishna liegt auf einer Waagschale und soll aufgewogen werden. Die Frauen der Umgebung bringen ihr ganzes Gold und Geschmeide und legen dies in die andere Waagschale, aber Krishna bleibt immer schwerer als das gesamte Gold. Endlich kommt einer Frau der Gedanke, das Gold und Geschmeide wegzunehmen und stattdessen ein einziges Tulsiblatt auf die Waagschale zu legen. Und schon sind beide Waagschalen im Gleichgewicht. Ein einziges Tulsiblatt ist also genauso viel Wert, wie Krishna.

Eine Sage erzählt, wie die Tulsi Pflanze auf die Erde kam: aus dem Schweiß eines Gottes wird Jalandhar (Jala = Wasser) geboren. Dieser vollbringt viele heilige Handlungen und Kasteiungen, sodass Vishnu ihn segnet, indem er ihm die Gabe gibt, sich unsichtbar zu machen vor Göttern und Dämonen, solange seine Frau ihm treu bleibt. Jalandhar ist mit Tulsi verheiratet, welche für ihre unglaubliche Treue bekannt ist. Jalandhar wird nun durch diese Gabe arrogant, da er unbesiegbar ist und beginnt, die Menschen zu quälen. Die Menschen wenden sich in ihrer Not an Vishnu. Vishnu erklärt ihnen, die einzige Möglichkeit, Jalandhar zu besiegen bestünde darin, seine Frau zur Untreue zu bewegen. Dies ist jedoch für die Menschen ein völlig unmögliches Unterfangen. Sie versuchen ihr Möglichstes, aber Tulsi bleibt standhaft und treu. Sie bemerkt gar nicht, dass sie zur Untreue verführt werden soll, sondern ist ihrem Mann immer ergeben, auch wenn dieser starke charakterliche Schwächen aufweist.

Also muss wieder Vishnu zu ihrer Hilfe kommen. Er verwandelt sich in ein Ebenbild Jalandhars und verführt auf diese Weise dessen Frau. Tulsi bemerkt ihre Untreue nicht, da Vishnus Verwandlungskünste vollkommen sind. Dadurch kann Jalandhar jetzt leicht vernichtet werden, da er seine Gabe der Unsichtbarkeit verloren hat.

Als Tulsi herausfindet, wie übel sie hinters Licht geführt wurde und auch noch zur Witwe gemacht wurde, obwohl sie Vishnu immer loyal gedient hatte, konfrontiert sie Vishnu damit. Erst versucht Vishnu, sich herauszureden, dass, um Schlechtes zu vernichten, manchmal Gutes geopfert werden müsse. Dies überzeugt Tulsi jedoch gar nicht und Vishnu merkt, dass diese Argumente nicht wirklich gültig sind. Er sieht ein, dass er Tulsi etwas anderes bieten muss. Daher garantiert er ihr, dass sie von Frauen auf ewig für ihre Treue gegenüber ihrem Ehemann angebetet werde und unsterblich sein werde. Tulsi ist daraufhin zufrieden und verbrennt sich mit ihrem Mann. Aus ihrer Asche wächst die Tulsi Pflanze.

 

Dr. Kalyani Chopra

Basilikum (breitkrautiges), Ocimum sanctum, Ocimum tenuiflorum L.

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