


Sehr geehrte Frau Kollegin,
sehr geehrter Herr Kollege,
seit mehreren Jahren werden unsere Patienten Wahlmöglichkeiten
durch unseren Ayurveda-Bereich mit der fernöstlichen Form der
Ganzheitsmedizin – dem Ayurveda - geboten. Tumorpatienten können in
dieser Abteilung mitbetreut werden, do dass ich Erfahrungen in der
Kombination der ayurvedischen Medizin mit der modernen Onkologie
sammeln konnte. Sichtbare seelische und körperliche Stabilisierung
ließen sich in der kurzen zu Gebote stehenden Zeit von zwei bis
maximal sechs Wochen erzielen, die erstaunlich waren. Selbst Fälle
von Tumorkachexie wurden durch die sinnvolle Anwendung
ayurvedischer Phytotherapeutika sehr gut behandelt.
Die Erschöpfung bei Patienten nach ausgedehnter Chemo- und
Radiotherapie konnte gut behandelt werden. Die hier im Hause
möglichen Kontrollen des Immunstatus zeigen ebenfalls eine positive
Entwicklung an, so dass der Vorteil einer ayurvedischen
Mitbetreuung onkologischer Patienten ohne Vernachlässigung
wichtiger onkologischer Therapien besonders in der raschen
Besserung zu liegen scheint, wobei durch innerlichen und
äußerlichen Anwendungen von ausgesuchten Ölen und Fetten und die in
einem Panchakarma-Heilverfahren vorgeschriebenen Reinigungsschritte
vermutlich eine Detoxifikation fettlöslicher Substanzen (Pestizide,
lipidlöslicher Anteile der Chemotherapie, Tumorabbauprodukte usw.)
unterstützt durch die Hyperthermie mittels Kräuterdampfbädern
stattfinden kann, die ansonsten gar nicht möglich ist oder einen
sehr langen Zeitraum benötigt.
Angeregt durch die Behandlungserfolge bei Patienten habe ich dann
im Jahre 1996 selbst eine 14-tägige Panchakarma-Kur durchgeführt,
die bei mir einen nachhaltigen ganzheitlichen Effekt hatte und zwar
auf allen Seins-Ebenen. Dies gelang durch speziell zubereitete
Ernährung, das Rahmenprogramm mit der Möglichkeit, nach innen zu
gehen und die Zuwendungen der Therapeuten bei allen Handlungen wie
Synchronmassagen, Dampfbädern, therapeutischem Abführen bwz.
Erbrechen und Einläufen. Bedeutsam war mir auch die individuelle
medizinische Betreuung durch den leitenden Arzt der
AYURVEDA-Medizin Herrn Chopra, der sowohl eine vollständige
medizinisch europäische, als auch eine ayurvedische Ausbildung mit
Erfolg in die praktische Arbeit umsetzt.
Wissenschaftlich können wir den bisher erzielten Erfolg im
Ayurveda-Bereich nur ungenügend beschreiben. Aus der Sicht der
Erfahrungsmedizin jedoch ergeben sich auch für onkologische
Patienten Behandlungsindikationen, die wir für den einweisenden
Arzt gesondert festgelegt und aufgrund der bisher vorliegenden
Erfahrungen für den einweisenden Arzt besonders festgehalten
haben.
Dr. med. Dirk-Ingo Wolfrum
ehemaliger Chefarzt der Onkologischen Abteilung der Habichtswald
Klinik
Es handelt sich um ganzheitliche Heilverfahren, die wir in einer
Synthese Schulmedizin, Komplementärmedizin und Ayurveda-Anwendungen
durchführen. Hierbei wird besonders eine intensive
Stoffwechselaktivierung, Immunstimulation und Immunregeneration
sowie grundlegende körperlich-seelisch-geistige Stärkung und
Kräftigung angestrebt.
In Folge der oft starken Ein- und Nebenwirkungen bei der
Primärtherapie des krebskranken Patienten erscheint eine Ausleitung
sowie ein Aufbau der biologischen Abwehrfunktion im Anschluss daran
um so wichtiger. Gerade zu einem Zeitpunkt, zu dem (nach
Beseitigung des Primärherdes) die kranken Zellen im menschlichen
Körper in geringerer Zahl vorhanden sind, ist eine
Stoffwechselregulierung und eine Immunstimulierung empfehlenswert.
Unser Konzept beinhaltet zuvor eine Reinigung des Körpers über die
Ayurvedaanwendungen, ein traditionsreiches medizinisches System aus
Diagnostik und Therapie, welches in unserer westlichen Welt so gut
wie nicht bekannt ist.
Der Ayurveda bietet die Ausleitungsmöglichkeiten von lipophilen
Stoffen in sehr kurzer Zeit, z. B. über die Öle, die zur Behandlung
eingesetzt werden und die Wirkungen des Ghee (abgekochtes
Butterfett).
Die Patienten werden in die Habichtswald Klinik aufgenommen und
ganzheitlich onkologisch betreut. Grundlage der Konzeption ist die
der Habichtswald Klinik eigene Synthese zwischen Schulmedizin und
Komplementärmedizin bei der jetzt der schulmedizinisch und
komplementäre Ansatz eine konsequente Vertiefung durch die
Einbeziehung der Ayurveda-Anwendungen gefunden hat.
53-jährige Patientin
Hauptdiagnosen:
- Z. n. operierten Mamma-Carcinom beidseits: Tumorektomie und Axilladissektion im Dezember 1994 (rechts) und August 1995 (links, Östrogen- und Progesteron-Rezeptoren positiv
- Z. n. adjuvanter Chemotherapie nach dem EC-Schema: 3 Zyklen von Januar bis März 1995
- Z. n. adjuvanter Radiotherapie: April bis Juni 1995 (links) und Oktober bis Dezember 1995 (rechts)
- Fortlaufende antiöstrogene Therapie mit Tamoxifen, 30 mg/Tag, seit November 1996 20 mg/Tag
Nebendiagnosen:
- Sekundäre Osteoporose
- Klimakterische Beschwerden
- Tinnitus
- Chronisches Müdigkeitssyndrom
- Sekundäre depressive Stimmungslage
- Intermittierende supraventrikuläre Tachyarrhythmie
Vorgeschichte:
In der Vorgeschichte sind bekannt eine Lungentuberkulose (im Alter
von 10 Jahren) und Tonsillektomie.
Im Dezember 1994 tastet die Patientin einen Knoten in der rechten
Brust. Im gleichen Monat wird der Tumor operiert mit anschließendem
Drüsenaufbau. Die histologische Diagnose lautet intraduktales
Carcinom. Adjuvant erfolgt Chemotherapie (3 Zyklen nach dem
EC-Schema) und Radiotherapie. Im August 1995 wird die linke Brust
wegen eines duktalinvasiven Mamma-Carcinoms operiert; anschließend
Radiatio. Nachsorgeuntersuchungen werden regelmäßig
durchgeführt.
Die Patientin, von Beruf Psychotherapeutin, kommt im Dezember 1996
auf eigene Initiative zur Aufnahme in unsere Klinik. Eine
onkologische Untersuchung (Tumormarker i. S., Knochenszintigraphie,
Oberbauchsonographie etc.) ergibt keinen Hinweis auf Tumorprogress
oder Metastasenbildung. In der Differenzierung der Lymphozyten
(sog. „Immunstatus“) fällt auf, dass die Gesamtzahl der
T-Lymphozyten reduziert ist mit einer Zahl von 650/mm³ . Auch die
natürlichen Killerzellen liegen mit einem Wert von 240/mm³ im
unteren Normbereich.
Die Patientin möchte sich – nach vorläufigem Abschluss der
schulmedizinisch-onkologischen Therapie – einer ganzheitlichen
Therapie unterziehen, mit dem Ziel einer Immunstimulation und
Stoffwechselregulierung. Aktuell klagt sie über Müdigkeit,
reduzierte Leistungsfähigkeit, Tinnitus rechts, Belastungsdyspnoe,
Herzklopfen, Flatulenz, ischialgieähnliche Schmerzen links und
ausgesprochen intensiven depressive Stimmungszustände.
Therapie und Verlauf:
Aus ayurvedischer Sicht besteht bei der Patientin eine
Vàta-Pitta-Konstitution (Prakrti) mit einer Vàta-Aggravation. Der
Stoffwechsel zwischen den einzelnen Gewebearten (Dhàtupàka) ist
gestört, was zu einer Verminderung des Ojas (übersetzt etwa
„Lebenskraft“/Gewebevitalität) führt. Bei der Patientin wurde ein
Panchakarma-Therapieverfahren eingeleitet mit dem Ziel, den
Organismus zunächst zu reinigen, die Vàta-Aggravation zu reduzieren
(sog. Sodhana-Therapie) und dann im zweiten Schritt, insbesondere
im Anschluss an den stationären Aufenthalt, aufbauende und
stärkende Therapien durchzuführen (Brmhana).
Die spezifischen ayurvedischen Anwendungen beinhalten:
I. „Mobilisierende Maßnahmen“ (Pùrvakarma):
Snehana („Therapie mit Ölen und Fetten“), dieses hat zwei Aspekte:
A. Àbhyantara Snehana (Innerliches Fetten“) hierzu gehört das Snehapána, das ist die Einnahme eines speziell aufbereiteten Butterfetts.
B. Bàhya Snehana: Spezifische äußerliche Anwendungen mit Ölen und Fetten. Öle und Fette werden dabei speziell auf den einzelnen Patienten abgestimmt. Ebenso Art, Dauer und Intensität der Anwendung. Hierzu gehört auch das Netrartarpana (eine Augenwannenbehandlung mit ayurvedischen Ölen)
Svedana („Schwitztherapie“): Dies umfasst spezielle Wärmeanwendungen.
II. „Hauptmaßnahmen“ (Pradhànakarma):
Virecana, Abführtherapie.
Bastikarma, speziell zusammengestellte Enemata
zur Therapie über die Darmschleimhaut.
Nasya, spezielle Behandlung für den
Kopf-Hals-Bereich.
Die Patientin blieb insgesamt 21 Tage. Das Heilverfahren sah
zeitlich gerafft folgendermaßen aus:
Tag 1-2:
-
Tag 3-5:
Bàhya Snehana (Äußerliche
Fettbehandlung)
Tag 6-7:
Snehana: A. Snehapàna (Innerliche Fettbehandlung)
Bàhya Snehana (Äußerliche Fettbehandlung)
Tag 8:
Snehana: A. Snehapàna (Innerliche Fettbehandlung)
Bàhya Snehana (Äußerliche Fettbehandlung)
Svedana (Schwitzen)
Tag 9:
Virecana, Abführtherapie
Tag 10:
-
Tag 11:
Bàhya Snehana (Äußerliche Fettbehandlung)
Bastikarma, speziell zusammengestellte Enemata
Tag 12-16:
Bàhya Snehana (Äußerliche Fettbehandlung)
Tag 17:
Netrartarpana (eine Augenwannenbehandlung mit ayurvedischen
Ölen)
Tag 18:
Bàhya Snehana (Äußerliche Fettbehandlung)
Nasya, spezielle Behandlung für den Kopf-Hals-Bereich
Tag 19:
Netrartarpana (eine
Augenwannenbehandlung mit ayurvedischen Ölen)
Tag 20:
Bàhya Snehana (Äußerliche Fettbehandlung)
Tag 21:
-
Hinzu kam eine spezielle Diät zugeschnitten auf die Patientin und
das Behandlungsstadium. Die Patientin nahm außerdem am Kochkurs für
Patienten teil.
Unter diesen ganzheitlichen Therapieverfahren besserte sich die
Gesamtsituation der Patientin sowie der Allgemein- und
Kräftezustand merklich. Am Ende der Behandlungszeit fühlte sie die
Patientin deutlich kräftiger. Kopfschmerzen und Tinnitus sind nicht
mehr aufgetreten. Die Belastungsdyspnoe hat sich deutlich
reduziert. Rückenschmerzen und ischialgieähnliche Schmerzen sind
vollständig verschwunden. Der depressive Zustand besserte sich, so
dass die Patientin zu ersten mal über euphorische Zustände
berichtete, über normale Gefühle sprechen kann. In diesem Sinne
zeigen unsere Erfahrungen mit der Ayurveda-Therapie, dass die
seelischen Ebenen des Patienten und auch die feinsten Seinsebenen
beeinflusst werden können und dass nicht nur die physische
Verfassung berücksichtigt wird.
Laborchemisch fällt auch, dass es zu einer Normalisierung der
deutlich reduzierten Anzahl der Total-T-Lymphozyten von
650/mm³ auf 1000/mm³ (Normbereich) gekommen ist. Gleichzeitig
ist die Anzahl der natürlichen Killerzellen von 240/mm³ auf 430/mm³
angestiegen. Aus onkologischer Sicht wurde dies als Anzeichen für
eine deutlich gebesserte Immunitätslage gesehen.
Bei der ambulanten Nachbetreuung beobachten wir eine anhaltende
Stabilisierung über weitere sechs Monate. Hierbei ist sicherlich
hilfreich, dass die Patientin die diätetischen
Ayurveda-Ernährungsempfehlungen (insbesondere in Bezug auf
konstitutionsgerechte Ernährung) zu großen Teilen in ihren
Tagesablauf integriert hat.
Dr. med.
Mihai
Ananda S. Chopra
Funktionsoberarzt der
Onkologie
Leitender Arzt der Ayurveda-Medizin
Habichtswald
Klinik
Habichtswald Klinik AYURVEDA
55- jährige Patientin
Hauptdiagnosen:
- Brusterhaltend operiertes Mamma-Carcinom links (Quadrantenresektion, Axilladissektion) 12/93, Histologie: Invasivductales Carcinom, Tumorstadium: pT 2, N1 bi (3/10) M0 – GII, Rezeptorstatus (Östrogenrezeptoren positiv), Hormonstadium: postmenopausal (Hysterektomie 1974)
- Z. n. adjuvanter kombinierter Polychemotherapie (CMF-Schema 3 Zyklen), Radiotherapie von 1/94 bis 4/94
- Fortlaufende antiöstrogene Therapie mit Nolvadex, 20mg/Tag.
Nebendiagnosen:
- Chronisch rezidivierende obstruktive Bronchitis
- Arterielle Hypertonie
- Periarthritis humeroscapularis rechts
- Hyperurikämie
Vorgeschichte:
Seit etwa zehn Jahren besteht eine chronisch rezidivierende
Bronchitis, die insbesondere in den Wintermonaten – im Rahmen von
Infekten der Atemwege – akut exazerbiert. Eine Belastungshypertonie
ist seit fünf Jahren bekannt, wurde nie medikamentös behandelt. Im
Dezember 1993 wird ein Carcinom der linken Mamma brusterhaltend
operiert (Tumorstadium s. o.). Anschließend Chemotherapie und
Radiatio, wie oben beschrieben.
Bei regelmäßiger Nachsorge ergibt sich kein Hinweis auf Rezidiv
oder Progress der Erkrankung (Laborchemisch, Tumormarker,
Mammographie, Knochenszintigramm, Sonographie des Abdomens).
In der Lymphozytendifferenzierung zeigen sich – bei
sechsmonatlichen Kontrollen – seit Jahren erniedrigte Werte für
B-Lymphozyten (deutlich unter der Normgrenze von 6,4 %) und eine
permanent erhöhte Anzahl der T-Suppressor-Zellen (über der
Normgrenze von 38,3 %).
Therapie und Verlauf:
Im Juni 1997 kommt die Patientin aus eigener Initiative zu einem
ayurvedischen Therapieverfahren in unsere Klinik. Bei Aufnahme
besteht eine bronchitische Reizung der Atemwege. Aus ayurvedischer
Sicht besteht eine Pitta-Vàta-Konstitution und eine
Vàta-Aggravation mit Ama (übersetzt etwa: „Stoffwechselschlacke“)
–Belastung des Organismus. Die Patientin blieb 14 Tage. Das
Therapieverfahren sah in der Übersicht folgendermaßen aus:
II. „Mobilisierende Maßnahmen“ (Pùrvakarma):
Snehana („Therapie mit Ölen und Fetten“), dieses hat zwei Aspekte:
A. Àbhyantara Snehana (Innerliches Fetten“) hierzu gehört das Snehapána, das ist die Einnahme eines speziell aufbereiteten Butterfetts.
B. Bàhya Snehana: Spezifische äußerliche Anwendungen mit Ölen und Fetten. Öle und Fette werden dabei speziell auf den einzelnen Patienten abgestimmt. Ebenso Art, Dauer und Intensität der Anwendung. Hierzu gehört auch das Netrartarpana (eine Augenwannenbehandlung mit ayurvedischen Ölen)
Svedana („Schwitztherapie“): Dies umfasst spezielle Wärmeanwendungen.
II. „Hauptmaßnahmen“ (Pradhànakarma):
Virecana, Abführtherapie.
Bastikarma, speziell zusammengestellte Enemata zur
Therapie über
die
Darmschleimhaut
Die Patientin blieb insgesamt 15 Tage. Das Heilverfahren sah zeitlich gerafft folgendermaßen aus:
Tag 1:
Bàhya Snehana (Äußerliche Fettbehandlung)
Tag 2:
Snehana: A. Snehapàna (Innerliche Fettbehandlung)
Bàhya Snehana (Äußerliche Fettbehandlung)
Tag 3:
Snehana: A. Snehapàna (Innerliche Fettbehandlung)
Svedana (Schwitzen)
Tag 4:
Snehana: A. Snehapàna (Innerliche Fettbehandlung)
Bàhya Snehana (Äußerliche Fettbehandlung)
Tag 5:
Bàhya Snehana (Äußerliche Fettbehandlung)
Svedana (Schwitzen)
Tag 6:
Virecana, Abführtherapie
Tag 7-8:
Bàhya Snehana (Äußerliche Fettbehandlung)
Tag 9:
Bàhya Snehana (Äußerliche Fettbehandlung)
Svedana (Schwitzen)
Bastikarma, speziell zusammengestellte Enemata
Tag 10-11:
Bàhya Snehana (Äußerliche Fettbehandlung)
Bastikarma, speziell zusammengestellte Enemata
Tag 12:
Bastikarma, speziell zusammengestellte Enemata
Tag 13:
Bàhya Snehana (Äußerliche Fettbehandlung)
Bastikarma, speziell zusammengestellte Enemata
Tag 14:
Bastikarma, speziell zusammengestellte Enemata
Tag 15:
Bàhya Snehana (Äußerliche Fettbehandlung)
Über den ganzen Zeitraum wurde die Kost speziell nach ayurvedischen
Gesichtspunkten zusammengestellt.
Unter dieser Behandlung bessert sich der Allgemeinzustand der
Patientin deutlich, die Bronchitis ist bis zur Entlassung
ausgeheilt. Bei einer erneuten Kontrolle der Lymphozyten vor
Entlassung ist eine Normalisierung der Total B-Lymphozyten und
T-Suppressor-Zellen zu verzeichnen.
Dr. med.
Mihai
Ananda S. Chopra
Funktionsoberarzt der
Onkologie
Leitender Arzt der Ayurveda-Medizin
Habichtswald
Klinik
Habichtswald Klinik AYURVEDA
54-jähriger männlicher Patient
Hauptdiagnosen:
- Zentroblastisches Non-Hodgkin-Lymphom, Stadium II A, mit Befall der Zervikallymphknoten links und rechts sowie axillär links. Erstdiagnose Januar 1997
- Z. n. percutaner Radiotherapie der Lymphknotenstationen cervikal beidseits, supraclavikulär bds. Und axillär bds. (Minimantel) bis zu einer Gesamtdosis von 36 Gray von Feb. Bis März 1997.
Nebendiagnosen:
- Erschöpfungssyndrom
- Depressiver Zustand
- Locoregionale Dermatitis nach Radiatio
- Pityriasis versicolor in Nacken und beiden Axillen
- Hyperceratosen an den Fußsohlen und Ekzem an beiden Handflächen
- Onychomykose der Zehennägel
- Morbus Scheuermann
Vorgeschichte:
Der Patient selbst tastete eine Lymphknotenvergrößerung links am
Hals; in der Folge entwickeln sich Lymphadenopathien in beiden
Axillen. Durch Biopsie wird im Dez. 1996 die Diagnose eines
zentroblastischen Non-Hodgkin-Lymphoms gestellt. Dem Stadium
entsprechend wird eine lokale percutane Radiotherapie durchgeführt,
die vom Patienten mittelmäßig vertragen wurde (lokales Erythem, das
jetzt weiter persistiert; Infektion der bestrahlten Haut durch
Pityriasis versicolor; Verschlechterung des Handekzems). Ein Ekzem
beider Hände mit Dysdiadochokinese ist bekannt. Der Patient neigt
zu hyperazider Reaktion des Magens, Pyelonephritis 1975.
Onychomykose der Zehennägel, Morbus Scheuermann.
Der Patient kam zur Aufnahme wegen reduzierter
Leistungsfähigkeit, Müdigkeit, polyartikulären Schmerzen,
Durchschlafstörungen, Angstzuständen, depressiver Reaktion,
reduziertem Appetit, Gewichtsabnahme (7 kg in 2 Monaten),
Pollakisurie, Nykturie, Kopfschmerzen, Halsschmerzen, Juckreiz der
Hände und inguinal.
Therapie und Verlauf:
Aus ayurvedischer Sicht besteht bei dem Patienten eine
Kapha-Pitta-Konstitution (Prakrti) mit einer starken
Vàta-Aggravation. Diese äußert sich in Gewichtsabnahme und
reduziertem Allgemeinzustand. Im ayurvedischen Therapieverfahren
geht es zunächst darum, den Organismus zu reinigen, um anschließend
roborierende Maßnahmen (hier insbesondere Bastikarma und
entsprechende Diät) durchzuführen. Im Rahmen des Pancakarma wurden
folgende Maßnahmen durchgeführt:
I. „Mobilisierende Maßnahmen“ (Pùrvakarma):
Snehana („Therapie mit Ölen und Fetten“), dieses hat zwei Aspekte:
A. Àbhyantara Snehana (Innerliches Fetten“) hierzu gehört das Snehapána, das ist die Einnahme eines speziell aufbereiteten Butterfetts.
B. Bàhya Snehana: Spezifische äußerliche Anwendungen mit Ölen und Fetten. Öle und Fette werden dabei speziell auf den einzelnen Patienten abgestimmt. Ebenso Art, Dauer und Intensität der Anwendung. Hierzu gehört auch das Netrartarpana (eine Augenwannenbehandlung mit ayurvedischen Ölen)
Svedana („Schwitztherapie“): Dies umfasst spezielle Wärmeanwendungen (in diesem Fall Upanàhasveda – Spezialbehandlung zu Bandscheiben- und Knorpelregeneration – für den Bereich der Lendenwirbelsäule)
II. „Hauptmaßnahmen“ (Pradhànakarma):
Virecana, Abführtherapie.
Bastikarma, speziell zusammengestellte Enemata zur Therapie über die
Darmschleimhaut.
Der Patient blieb insgesamt 14 Tage. Das Heilverfahren sah zeitlich gerafft folgendermaßen aus:
Tag 1-3:
Snehana: A. Snehapàna (Innerliche Fettbehandlung)
Bàhya Snehana (Äußerliche Fettbehandlung)
Tag 4:
Bàhya Snehana (Äußerliche Fettbehandlung)
Svedana (Schwitzen)
Tag 5:
Virecana, Abführtherapie
Tag 6-7:
Bàhya Snehana (Äußerliche Fettbehandlung)
Tag 8:
Upanàhasveda – Spezialbehandlung zu Bandscheiben- und
Knorpelregeneration
Tag 9:
Bàhya Snehana (Äußerliche Fettbehandlung)
Svedana (Schwitzen) speziell: Upanàhasveda – Spezialbehandlung zu
Bandscheiben- und Knorpelregeneration
Tag 10:
Bàhya Snehana (Äußerliche Fettbehandlung)
Svedana (Schwitzen), speziell: Upanàhasveda – Spezialbehandlung zu
Bandscheiben- und Knorpelregeneration
Bastikarma, speziell zusammengestellte Enemata
Tag 11:
Bastikarma, speziell zusammengestellte Enemata
Tag 12:
Bàhya Snehana (Äußerliche Fettbehandlung)
Svedana (Schwitzen)
Bastikarma, speziell zusammengestellte Enemata
Tag 13:
Bàhya Snehana (Äußerliche Fettbehandlung)
Bastikarma, speziell zusammengestellte Enemata
Tag 14:
-
Allmählich kam es zu einer Besserung des Allgemein- und
Kräftezustandes nebst Besserung der klinischen Symptomatik.
Bei Einhaltung der krankheits- und konstitutionsbezogenen
diätetischen Empfehlungen in Kombination mit dem orthomolekularen
Therapieansatz kam es nach 2 Monaten zur Gewichtszunahme und einer
bedeutsamen Besserung der Hautsymptomatik. Die bei der Aufnahme
vergrößerten Lymphknoten im Inguinalbereich haben sich deutlich
verkleinert (unspezifische, nicht lymphoproliferative Ursache). Der
Patient berichtete 2 Monate nach Entlassung, dass sich die
psychische Situation normalisiert hat.
Dr. med.
Mihai
Ananda S. Chopra
Funktionsoberarzt der
Onkologie
Habichtswald Klinik
