Abhyanga:
(Sanskrit: sprich Abhjanga), Massage,
Ölmassage sowohl als Synchronmassage von zwei Therapeuten durchgeführt oder als
Einzelbehandlung (auch als Selbstmassage in der täglichen Routine). Abhyanga
heißt übersetzt Salbung. Sie ist auch eine Salbung und beginnt wie dieselbe,
indem Öl zunächst auf den Kopf (das Haupt) gegeben wird. Auch die weiteren
Schritte entsprechen denen der früheren üblichen Salbung.
Die Abhyanga-Massage ist die älteste Technik zur Linderung von Schmerzen. Sie
wird angewendet, um bioenergetische (Dosa bedingte) Störungen positiv zu
beeinflussen, zu korrigieren und um orthopädische Verletzungen zu heilen. Es
wird eine Regeneration von Geweben und Organen sowie der inneren Funktionen des
Körpers angestrebt. Haut, Muskeln, Venen und Arterien können eine Belebung
erfahren und die zirkulatorischen Systeme und das Nervensystem beleben. Das
Hautbild kann verbessert, Lungen, Eingeweide und Knochen gestärkt und das
Verdauungssystem reguliert werden.
Agni
(Sanskrit), Feuer, Umwandlungsenergien im menschlichen
Organismus, z. B. als „Verdauungsfeuer“ im menschlichen Magen-Darm-Trakt. Agni –
das biologische Feuer – regelt den Stoffwechsel des Menschen. Agni kann als
zugehörig zum Pitta-System (Feuer-System des Menschen) betrachtet werden. Es
kann auch als wirkende Mittel mit katalytischen Eigenschaften bei der Verdauung
und des Stoffwechsels angesehen werden.
Die Bioenergie Pitta enthält Hitzeenergie, welche die Verdauung unterstützt.
Diese Hitzeenergie wiederum stellt Agni dar. In jeder Zelle des Körpers und in
jedem Gewebe ist Agni. Es ist für die Gewebsernährung und das Immunsystem sowie
dessen Aufrechterhaltung zuständig.
Fremde Bakterien, Toxine im Magen, im
Dünndarm und Dickdarm und Mikroorganismen werden von Agni vernichtet, um den
Körper rein zu halten. Es schützt die physiologische Flora der vorstehend
angesprochenen Organe.
Agni beeinflusst auch die Langelebigkeit sowie
Auffassungsvermögen, Verständnis, Intelligenz und Wahrnehmung. Enzymsystem,
Stoffwechsel und Hautfarbe werden durch Agni beeinflusst und
aufrechterhalten.
Agni kann durch ein bioenergetisches Ungleichgewicht
nachhaltig gestört werden. Dies kann tiefgehende Nachteile auf die Funktion des
Stoffwechsels und die Abwehrkraft des Körpers (Immunsystem) haben. So entsteht →
Ama (Rückstände von Giften). Blutgefäße und Kapillaren können ungünstig
beeinflusst werden, und die Toxine (Gifte) können sich im Körper des Menschen
ausbreiten. Eine Schwächung der Organe, die sich auch als Arthritis, Diabetes
und Herzerkrankungen zeigen kann, kann die Folge sein.
Ama
(Sanskrit), wörtlich Unverdautes, giftige
Stoffwechselschlacken.
Ama ist die Wurzel aller Krankheiten. Es gibt viele
Ursachen für die Bildung von Ama. Zeigt die Zunge einen weißen Belag, ist dies
ein Ausdruck von Ama im Organismus. Der auf diese Art (weiß) belegte
Zungenbereich zeigt an, in welchem der drei Bereiche sich Ama angesetzt oder
festgesetzt hat (vorderes Drittel der Zunge ist der Magenbereich, Zungenmitte
der Dünndarmbereich, etc.).
Anulomana
(Sanskrit), ayurvedische milde Abführtherapie
Ayurveda
(Sanskrit, sprich: Ajurveda), hervorgegangen aus ayu = das
Leben und veda = die Wissenschaft und heißt soviel wie die Lehre vom gesunden
und langen Leben. Ayurveda ist eine göttliche Medizin. Zugleich die erste und
älteste Medizin der Welt. Sie wurde von Sehern und Weisen (den Rishis) aus den
kosmischen Lauten empfangen und in Worte und Sprache umgesetzt. Gleichklang mit
der Natur ist Gleichklang in uns und damit bestmögliche Gesundheit. Die Säule
des Ayurveda ist der Pancakarma (die Öl- und Reinigungsbehandlungen bestehend
aus 5 Schritten, siehe auch → Pancharkarma).
Ayurveda – ein pulsierendes, vibrierendes System
Bereits aus dieser
Überschrift wird die Lebendigkeit des Ayurveda sichtbar und spürbar. Alles ist
eines. Der Mensch ist eingebunden in ein ihn umgebendes größeres System.
Mikrokosmos (Mensch) und Makrokosmos (Universum) sind aus denselben 5 Elementen
zusammengesetzt wie der Mensch. Die uns umgebende Luft ist weniger verdichtet
als die unter uns befindliche Erde. Der Mensch befindet sich in seiner
Verdichtung vielleicht in der Mitte, aber er hat innerhalb seines Körpers
unterschiedlich verdichtete und den einzelnen Elementen zuzuordnende Bereiche.
Alles pulsiert, schwingt und vibriert. Alles ist fließend. Lebendiges Leben
besteht aus dem Fluss. Weicht unser eigenes, pulsierendes, vibrierendes System
von unserem Umfeld (Natur, Universum, Makrokosmos) ab und stehen wir als
Mikrokosmos nicht mehr im Einklang mit ihm, dann ergibt sich eine Disharmonie
(Dissonanz) zur Natur, die sich zunächst im feinen bioenergetischen Bereich
befindet, aber auch sehr schnell auf das gesamte körperliche Geschehen
übergreifen kann. (Die innere Umwelt des Menschen reagiert somit ständig auf die
äußere Umwelt). Auf diesem Boden eines bioenergetischen Ungleichgewichtes
gedeihen Krankheiten in dem Maße und in der Intensität wie sich dieses
Ungleichgewicht darstellt. Der weise Mensch kann das Vorhandensein von
Ungleichgewicht (Unordnung) in seinem Körper empfinden. Auch derjenige, der sich
damit auseinandersetzt und tiefer in das Wissen und die Weisheit des Ayurveda
einsteigt.
Ungleichgewicht kann auch als Unordnung bezeichnet werden. Da in
der Unordnung aber auch die Ordnung enthalten ist, ist eine Rückkehr zur Ordnung
– d. h. zum bioenergetischen Gleichgewicht und bestmöglichen Gesundheit – auch
möglich.
Ayurveda stellt somit lebendiges Leben dar. (Ayurveda heißt ja auch:
die Wissenschaft vom Leben). Etwas überkritisch betrachtet müssen wir
feststellen, dass wir ein Leben lang leben, ohne das wirkliche Leben in seiner
Lebendigkeit zu erfassen, zu begreifen und wirklich und intensiv zu
leben.
Noch interessanter ist es, das Leben allen Lebens – das hinter allem
Sichtbaren und Unsichtbaren steht – zumindest zu erahnen.
Eine Spur davon zu
erfahren oder zu begreifen, birgt bereits eine Bewusstheitserweiterung in sich,
die uns ein Stück aus dem möglicherweise zu engen Gebäude unserer Gedanken und
Empfindungen herausführen kann.
Ayurveda – das kosmische Bewusstsein und die 5 Elemente
Ein
Grundbestandteil der Wissenschaft des Ayurveda ist die Erkenntnis, dass das
kosmische Bewusstsein eine Energie ist, die sich in fünf Elemente
manifestiert:
Äther (Raum)
Luft
Feuer
Wasser
Erde
Zu Beginn der Welt bestand ein Bewusstseinszustand, der sich noch nicht
manifestiert hatte. Die feinen Schwingungen des kosmischen Klanges Aum gingen
aus diesem Einheitsbewusstsein hervor. Als erstes traf das Element Äther = Raum
als dünnste Verdichtung in Erscheinung. Die Luft verkörpert zugleich den Äther
(Raum) in seiner aktiven und tätigen Weise.
Die Bewegungen der Luft erzeugen
Reibung, wodurch mittels weiterer Verdichtung das Feuer entstand. In der Hitze
des Feuers lösten sich dann ätherische Elemente auf und verflüssigten sich.
Hierdurch entstand das Element Wasser. Das Wasser verfestigte sich, um die
Moleküle des Erdelementes entstehen zu lassen. Somit bestehen alle 5 Elemente
aus Äther bzw. Raum nur in unterschiedlicher Verdichtung. In jeder Art von
Materie sind diese 5 Elemente gleichzeitig enthalten, wenn auch in
unterschiedlicher Verteilung. Der Mensch als Mikrokosmos und als Abbild der
Natur enthält ebenfalls alle 5 Elemente. Würde nur eines fehlen, könnte er nicht
leben und auch nicht entstehen.
Ayurveda – die 5 Elemente und die 5 Sinne
Die 5 Elemente spiegeln
sich auch in den 5 Sinnen des Menschen wieder. Ebenso in Abläufen seiner
Physiologie. Somit ist die Fähigkeit des Menschen, die äußere Umwelt durch die 5
Sinne wahrzunehmen, auf seine Beziehung zu den 5 Elementen zurückzuführen. Die
Beziehung der 5 Elemente zu den 5 Sinnen sind folgende:
Äther = Gehör
Luft = Tastsinn
Feuer = Sehvermögen
Wasser =
Geschmackssinn
Erde = Geruchssinn
Ayurveda – die Konstitution des Menschen
Die 5 Elemente Äther,
Luft, Feuer, Wasser, Erde treten im menschlichen Körper als drei bioenergetische
Grundprinzipien – Bioenergien – in Erscheinung. Da zu einem Energiefeld immer
zwei Pole gehören, liefern immer zwei Elemente eine Bioenergie bzw. ein
bioenergetisches Prinzip:
Äther und Luft die Bioenergie Vata
(Luftprinzip im Körper)
Feuer und Wasser die Bioenergie Pitta
(Feuerprinzip im Körper)
Wasser und Erde die Bioenergie Kapha
(Körperflüssigkeit im Körper).
Diese drei vorstehenden bioenergetischen Elemente – Vata, Pitta, Kapha –
bilden und regulieren die biologischen, psychologischen sowie
physiopathologischen Funktionen des Körpers, Geistes und Bewusstsein. Wenn das
Gleichgewicht dieser drei biologischen Kräfte/Energien (genannt Doshas bzw.
Tridoshas, da es drei sind) gestört ist, bildet dies den Boden für die
Entstehung von Krankheiten.
Die Produktion, die Aufrechterhaltung und die Zerstörung der Körpergewebe
wird durch die Tridoshas geregelt. Zugleich sind sie auch für die
psychosomatischen Ebenen des Menschen zuständig. Die Grundkonstitution eines
Menschen (bekannt als Geburtskonstitution, im Ayurveda Prakrti genannt) wird bei
der Zeugung bestimmt. Aufgrund von Vereinigung und Konstellation der Elemente,
die sich in den Eltern bilden, wird die individuelle Konstitution des Kindes
bestimmt. Es gibt 10 dominierende Konstitutionstypen: Vata, Pitta, Kapha,
Vata/Pitta, Vata/Kapha, Pitta/Vata, Pitta/Kapha, Kapha/Vata, Kapha/Pitta und
Vata/Pitta/Kapha.
Die Geburtskonstitution (Prakrti) ist unsere Natur, bei der
wir zugleich die bestmögliche Gesundheit auf allen Ebenen (körperlich, seelisch
und geistig) haben. Diese Konstitution stellt die bestmögliche Gesundheit und
zugleich die naturgegebene individuelle Verteilung der 5 Grundelemente im Körper
dar. Die Geburtskonstitution des Menschen bleibt über sein ganzes Leben
unverändert. Wenn die Bioenergien – Doshas – in ihrer Verteilung davon
abweichen, ist der Boden für Krankheiten gegeben. Dies, d. h. der jeweilige
abweichende Zustand, wird im Ayurveda als Prakrti bezeichnet.
Ayurveda – Klink und Therapie
Was ist klinischer Ayurveda?
Der klinische AYURVEDA ist eingebettet
in eine Klinikkonzeption, die auch die Behandlung schwerer Erkrankungen
ermöglicht. Soweit erforderlich kann hier – im Interesse des Erkrankten – auch
schulmedizinische Diagnostik mit einbezogen werden, ohne dass ayurvedische
Diagnostik und Therapie eine Einschränkung erfährt.
Der Ayurveda verfügt über
eine große Palette hoch entwickelter Therapieverfahren zur Gesundheitsvorsorge
und Krankheitsbehandlung. Klinischer Ayurveda heißt in der Behandlung des
kranken Menschen aus dieser Palette ein individuelles Therapieverfahren
zusammenzustellen. Je nach therapeutischer Intention unterscheidet man
„krankheitsbesänftigende“ (shamana), „reinigende“ (shodhana) und „aufbauende“
(brumhana) Therapien. Basis des therapeutischen Vorgehens ist eine eingehende
Konstitutionsdiagnostik. Die individuelle Konstitution zeigt, auf welchem
„Hintergrund“ eine Erkrankung entstanden ist. So mag es sein, dass zwei
Menschen, die über ein und dieselbe schulmedizinische Diagnose verfügen, vom
Ayurveda-Arzt unterschiedlichen Therapieverfahren unterworfen werden, da sie
eine unterschiedliche Konstitution besitzen. Innerhalb der langen Reihe von
pflanzenheilkundlichen und physikalischen Behandlungsmethoden nimmt das sog.
„Panchakarma-Verfahren“ eine besondere Stellung ein. Der Begriff Panchakarma
(wörtlich etwa: „fünf Behandlungsmethoden“) bezieht sich auf fünf besonders
wirksame therapeutische Verfahren: Emetische Ausleitungen (Vamana), Purgieren
(Virecana), spezielle Darmeinläufe (Basti), inhalative Therapie (Nasya) und
ayurvedischer Aderlass (Raktamokshana). Diese „Hauptmaßnahmen“ werden jedoch
niemals ohne eine entsprechende Vorbereitungsphase zur Mobilisierung
überschüssiger Bioenergien oder Stoffwechselschlacke durchgeführt.
Wobei kann ayurvedische Therapie eingesetzt werden?
Aus dem
Vorstehenden wird deutlich, dass der Ayurveda eine umfassende Heilkunde
darstellt. Mit Ausnahme mancher akuter Erkrankungen und solcher, die eine
chirurgische Intervention erforderlich machen (Traumata, manifeste
Krebserkrankungen u. ä.), können fast alle Erkrankungen ayurvedisch behandelt
werden. Im klinischen Einsatz in Deutschland hat sich der Ayurveda insbesondere
bei folgenden Erkrankungen und Krankheitsgruppen bewährt:
- Herz- und Kreislauferkrankungen und hoher Blutdruck
- Stoffwechselerkrankungen einschließlich Metabolisches Syndrom
- Erkrankungen des Verdauungstraktes
- Rheumatische Erkrankungen
- Hauterkrankungen
- Onkologische Nachsorge (im Anschluss an eine Primärtherapie)
- Erkrankungen der Atemwege
- Psychosomatische Erkrankungen
- Allgemeine Gesundheit und Regeneration
Wie geht die Ayurveda-Therapie vor sich?
Nach einer klinischen
Untersuchung in der Synthese von Ayurveda und westlicher Medizin mit
achtteiliger Untersuchung (einschließlich Pulsdiagnose) und
Konstitutionsdiagnostik wird das therapeutische Vorgehen festgelegt. Das
Panchakarma-Therapieverfahren beginnt mit einer Vorbereitungs- und
Mobilisierungsphase mit innerlichen und äußerlichen Fettbehandlungen (dazu
gehören spezifische Ölmassagen einzelner Körperteile oder des ganzen Körpers)
und gewebeaktivierenden Wärmebehandlungen sowie einer speziellen Diät. Es folgen
dann die ausleitenden Verfahren (s. o.). In der klinischen Anwendung von
Ayurveda in Deutschland wird im Interesse des Patienten bei Bedarf auch
schulmedizinische Diagnostik (Laboruntersuchungen, Immunstatus, Ultraschall,
EKG, Röntgen, Endoskopie etc.) eingesetzt.
Ayurveda-Ausleitungsverfahren
(sehr tiefgehend im Sinne des
AYURVEDA)
Verfahren, die geeignet sind, schädigende Stoffe aus dem Körper
herauszubringen („herauszuleiten“). Im AYURVEDA Pancakarma sind 5 Aktionen
möglich, die im Zusammenhang mit vorbereiteten Verfahren von Snehana (Einölen
und Salben) und Svedana (Schwitzbehandlung) durchgeführt werden. Sämtliche
Maßnahmen werden außerdem von einer heilenden Diät während der gesamten
Behandlungszeit begleitet:
- Virecana = Purgiertherapie
-
Basti =
Einlauftherapie
-
Nasya = Einführung
von Arzneien in die Nase
- Vamana =
künstliches Erbrechen
- Raktamokshana =
Aderlass
Bei diesen ayurvedischen Ausleitungsverfahren werden neben hydrophilen, auch
lipophile Stoffe (fettlösliche Gifte, in denen auch Schwermetalle,
Holzschutzmittel, etc. enthalten sein können) ausgeleitet.
Diese Ausleitung
fettlöslicher Gifte (lipophiler Stoffe) ist möglich durch das Ghee (geklärtes
Butterfett) des AYURVEDA und die vorstehend beschriebenen Maßnahmen – 5
Schritte-Aktionen – die aber nicht unbedingt alle insgesamt angewandt werden
müssen. Es kann nicht ausreichend genug auf diese sehr tiefgehenden
Reinigungsverfahren des AYURVEDA hingewiesen werden, da sie mit üblichen
Reinigungsverfahren und Fastenkuren nicht vergleichbar sind und weit über
dieselben hinausgehen und so sehr oft auch zu bestmöglicher Gesundheit beitragen
können.
Ayurveda-Behandlungskonzepte
Die ayurvedischen Behandlungskonzepte
werden als Cikitsa bezeichnet, was von der Wurzel „kit“ abgeleitet ist. Dies
besagt zugleich Heilung oder Erlösung von Krankheit und deren
Ursachenbeseitigung. Die Behandlungsdefinition ist in der ayurvedischen Medizin
am weitesten gefasst von allen Medizinsystemen der Welt.
Bahya Snehana
(Sanskrit, sprich: Baahja Snehana), äußerliche
ayurvedische Ölbehandlung
Baspa Sveda
(Sanskrit, sprich Aaaschpa Sweda), spezifisches ,
ayurvedisches Kräuterbad
Bastikarma
(Sanskrit), speziell zusammengestellte→ Enemata zur
Therapie über die Darmschleimhaut
Bastis
(Sanskrit), therapeutische Darmeinläufe, die unterschiedlich
zusammengesetzt sein können (Shamana→ Shodana→ Bruhmana)
Die Ayurveda-Medizin
hat im Hinblick auf Bastis eine große umfassende Wissenschaft und Praxis
entwickelt. Es gibt etwa 25 verschiedene Bastis im Ayurveda, z. b. aufbauend,
nährend, ausgleichend, entgiftend usw.
Hierbei werden Substanzen wie
Kalmusöl, Sesamöl, Abkochungen von Heilpflanzen in den Darm eingeführt. Solche
Bastis können als alleinige Behandlung für Vata-Störungen eingesetzt werden. Man
kann sich vor Augen führen: Fast 80 % der westlichen Menschen haben
Vata-Störungen.
Bastis können auch eine große Hilfe bei Verstopfung,
sexuellen Störungen, chronischem Fieber, Nierensteinen, Herzschmerzen, Nacken-
und Rückenschmerzen, Übersäuerung, Erbrechen und gewöhnlichen Erkältungen
sein.
Brumhana
(Sanskrit), spezielle therapeutische Vorgehensweise im
Ayurveda, bei der z.B. nährende Darmeinläufe (Brumhana Basti) verabreicht
werden. Brumhana enthält einen etwas anderen Behandlungsweg als Pancakarma. Beim
Brumhana wird auf Virecana (die ayurvedische Abführtherapie) verzichtet.
Brumhana wird oft angewandt, wenn der Patient sehr geschwächt und die
Abführtherapie nicht geeignet ist. Brumhana ist eine Kräfte aufbauende
therapeutische Vorgehensweise.
Caraka
(Sanskrit), sprich: Tscharaka), Autor des grundlegenden
ayurvedischen Werkes Caraka-Samhita, lebte wahrscheinlich im ersten Jahrhundert
unserer Zeitrechnung.
Dhatu (Sanskrit)
1. Gewebe:
Es gibt 7 Hauptgewebe
(Nahrungsessenz: Rasu, Dhatu, Blut: Rakta Dhatu, Muskelgewebe: Mamsa Dhatu,
Fettgewebe: Meda Dhatu, Knochengewebe: Asthi Dhatu, Knochenmark: Majji Dhatu und
Fortpflanzungsgewebe: Sukra Dhatu)
Die sieben Dhatus (Hauptgewebe) des
Menschen entwickeln sich durch einen Stoffwechselprozess, eines aus dem anderen
wie die Sahne aus der Milch. Aus Plasma wird Blut, aus Blut wird Muskel, aus
Muskeln entsteht Fett, daraus Knochen, daraus Knochenmark und daraus der Samen
(Fortpflanzungsgewebe). (Dies entspricht auch der Reihenfolge wie der
menschliche Körper nach der Nahrungsaufnahme den Nährwert aus den aufgenommenen
Speisen und Getränken verarbeitet). Das Ojas (Lebenskraft) durchdringt alle
Gewebearten, durch alle Umwandlungsebenen hindurch. Die Lebenskraft fließt
stärker, wenn die Gewebe durchlässiger bzw. gereinigt sind.
Ist ein Dhatu
(Hauptgewebe) gestört bzw. verstopft, kann das nachfolgende nicht richtig
versorgt werden. (Dies kann aus der Sicht des AYURVEDA auch der Grund für
Muskelschwund, Knochenschwund, Unfruchtbarkeit oder mangelnde Zeugungsfähigkeit
sein. Besonders das Fortpflanzungsgewebe steht am Ende der sieben Dhatus. Es ist
das feinste Gewebe mit dem geringsten Anteil von Materie und wird durch die
anderen 6 Dhatus ernährt.) Die Qualität des menschlichen Stoffwechsels,
insbesondere auch die Qualität des Immunsystems ist eng mit der Qualität
(Reinigung, Durchlässigkeit) der Dhatus verbunden. Die Reinigungsmaßnahmen des
AYURVEDA (Pancakarma) greifen tief in die Dhatus ein und können stark zu ihrer
Reinigung beitragen.
2. allgemeiner:
Alles, was den Körper stützt.
So werden auch die drei Doshas gelegentlich als Dhatu bezeichnet.
Dosas
Die drei unterschiedlichen Bioenergien des Menschen, der
Lebewesen und Materie.
Vata-Dosa enthält das Luft- und Raumprinzip
Pitta-Dosa enthält das
Feuerprinzip und ein wenig das Wasser-Prinzip
Kapha-Dosa enthält das Erd- und
Wasserprinzip.
Wenn sich die drei Bioenergien (Dosas) im Ungleichgewicht befinden, ist der
Boden für Krankheiten gegeben. Gleichgewicht bedeutet aber nicht, dass die drei
Bioenergien gleich stark sein müssen. Sie müssen sich in dem Verhältnis
(Gleichgewicht) befinden, wie es der Konstitution des Menschen
(Geburtskonstitution) Prakrti entspricht.
Die Doshas (3 Bioenergien) und die Gewebe im Krankheitsprozess
Die
Ayurveda-Medizin kennt 80 Vata-Krankheiten, 40 Pitta-Krankheiten und 20
Kapha-Krankheiten. Von Vata wird die größte Zahl der Krankheiten und zugleich
die schwersten verursacht. Von dem Dosha Kapha die wenigsten. Pitta hält wie
immer die Mittelstellung.
Es wird als wichtig erachtet, die Krankheiten nach
Geweben einzuteilen, in welche die störenden Kräfte, die von dem
bioenergetischen Ungleichgewicht gesteuert werden, eingetreten sind. Je tiefer
sie in das Gewebe eingedrungen sind, umso größer ist der Schaden, den sie
anrichten. Die Ansammlung geschieht im inneren Krankheitsweg (Antara morga) oder
in dem Verdauungstrakt. Sie wandern weiter in den äußeren Krankheitsweg (Bahya
morga), das Plasmagewebe und in das Blut. Somit haben sie den Weg frei zum
zentralen Krankheitsweg (Madhyama morga). Hier können sie in tiefliegende und
lebenswichtige Organe eindringen, die lebensbedrohende Krankheiten auslösen oder
den Körper aufzehren können.
Dosa-vaismaya
Dosha-Ungleichgewicht
Enemata
ayurvedische Darmeinläufe, die spezifisch ausleitend →
Shodana, nährend → Brumhana oder therapeutisch → Shamana sein können
Die Geschmacksempfindlichkeit und ihre Bedeutung im AYURVEDA
Ohne
das Element Wasser gibt es keine Geschmacksempfindung. Nur eine feuchte Zunge
ist in der Lage, Geschmack wahrzunehmen. Der Ayurveda kennt 6
Geschmacksrichtungen: süß, sauer, salzig, scharf, bitter und zusammenziehend.
Die Geschmacksempfindungen entstammen den 5 Elementen.
- süß (d. h. die Empfindung süß) enthält das Erd-Wasser-Element
- sauer – Erde und Feuer
- salzig – Erde und Feuer
- Schärfe – Feuer und Luft
- bitter – Luft und Äther (Äther = Raum)
- zusammenziehend – Luft und Erde.
Ein Vata-Konstitutionstyp sollte Scharfes, Zusammenziehendes und
Bitteres in größeren Mengen meiden. Diese Geschmacksrichtungen vermehren noch
das Luft-Element des Vata-Typen und erzeugen im Sitz des Vata (Dickdarm) daher
auch Blähungen. Der Vata-Typ sollte daher vornehmlich saure, süße und salzige
Speisen zu sich nehmen.
Ein Pitta-Konstitutionstyp sollte scharfe, bittere und
zusammenziehende Substanzen nur in kleinen Mengen zu sich nehmen. Sie erzeugen
im Körper Hitze und können das Feuerelement in ein Ungleichgewicht bringen. Der
Pitta-Typ sollte daher vornehmlich bitter, süß und zusammenziehend als
Geschmacksrichtung wählen.
Ein Kapha-Konstitutionstyp sollte saure, süße und salzige
Nahrungsmittel in größeren Mengen meiden. Sie verstärken das Wasser-Element im
Körper und können dadurch eine Kapha-Erhöhung und ein bioenergetisches
Ungleichgewicht schaffen. Der Kapha-Typ sollte scharfe, bittere und
zusammenziehende Geschmacksrichtungen vorziehen.
Ghee
(Hindi, sprich: Ghi, Sanskrit: Ghrta). Geklärtes Butterfett,
das durch Ankochen und Köcheln von ungesalzener Butter gewonnen wird. Die Butter
wird solange geköchelt, bis sich alle nicht absolut reinen Bestandteile
abgesetzt haben. Danach wird diese ölförmige Masse passiert. Ghee ist bei
richtiger Einnahme (Verordnung durch einen AYURVEDA-Arzt) in der Lage, auch
Jahrzehnte alte fettlösliche Gifte – in denen Schwermetalle, Holzschutzmittel
und Gifte enthalten sein können, zu mobilisieren und zur Ausscheidung in den
Magen-Darm-Kanal zurückzuführen.
(Danach werden dieselben mittels Rhinzinusöl
oder einem anderen Mittel aus dem Magen-Darm-Kanal ausgeleitet.)
Ghee wird
auch wegen seines außerordentlich hohen Wirkungsgrades anderweitig als
therapeutisches Mittel eingesetzt.
Ghee in der ayurvedischen Küche
Ghee ist aus der ayurvedischen
Küche nicht wegzudenken. Es ist das einzigste tierische Fett, das aufgrund
seiner Reinheit und seiner besonderen Eigenschaften in der ayurvedischen Küche
Anwendung findet. Die Nachteile von tierischen Fetten anderer Art enthält Ghee
nicht mehr. Somit ist auch ein Sklerotisieren der menschlichen Gefäße durch Ghee
ausgeschlossen. Dies hat im höheren Alter des Menschen einen besonderen Wert, da
der Vata-Typ besonders im Alter einen erhöhten Fettbedarf hat und diesem damit
in ausreichendem Maße nachkommen kann, ohne gesundheitliche Nachteile befürchten
zu müssen. Seine Gelenke werden „geschmiert“ und er wird die „Trockenheit“ – wie
bisher angenommen – bzw. den Ausdruck der trockenen Haut oder auch des
Ausgetrocknetseins verlieren.
Ghee stellt bisherige Fett Theorien in Frage
Das Ghee wird im Laufe
seiner weiteren Verbreitung in der westlichen Welt einige noch gültige
Fetttheorien in Frage stellen und „zum Kippen“ bringen. Er kann auch seine
Speisen angereichert mit Ghee (geklärtes Butterfett) zu sich nehmen, ohne die
üblichen Nachteile von Fett zu Lasten seiner Gesundheit riskieren und durch Ghee
einen höheren Cholesterinspiegel zu bekommen. Das Gegenteil ist der Fall. Hier
löst die Mobilisierungsfähigkeit des Ghee – im Gegensatz zu anderen tierischen
Fetten – einen Prozess aus, der in der Lage zu sein scheint, auch
„festgefahrene“ Situationen im Zellmembran- und Stoffwechselbereich zu
mobilisieren und eine neue Ausgangslage einzuleiten. Die weiteren
Reinigungsmöglichkeiten des Pancakarma können daher auch bei vielen Erkrankungen
eine neue Möglichkeit bieten.
Ghee kann in Verbindung mit der Speisezubereitung unbedenklich verwendet
werden, ohne dass durch diese Ghee Arterienverkalkung riskiert wird. (In Bezug
auf die Kalorienauswirkung ist es anderen Fetten gleichwertig.)
Die bisherige
Annahme, je weniger Fett in der Nahrung umso besser, muss ebenfalls und
grundsätzlich – nicht zuletzt im gesundheitlichen Interesse – neu hinterfragt
werden.
Der Vata-Typ (Konstitutionstyp) steht durch eine Vata-bedingte
Eigenschaft von kühl und trocken immer in der Gefahr „fettarm“ zu sein. Diese
Tendenz nimmt beim Vata-Typ besonders im dritten Lebensabschnitt durch eine
„altersbedingte Vata-Erhöhung“ zu. Somit kann das Risiko einer Fettarmut mit all
ihren möglichen Folgen verhindert werden, ohne dass die Nachteile von üblichem
Fett in Erscheinung treten können.
Ghee wird aus ungesalzener Butter gewonnen. Es ist ausgezeichnet als
appetitanregendes Mittel geeignet. Ghee steigert den Geschmack des Essens und
das Agni (Verdauungsfeuer), Ojas (die Lebenskraft), Intelligenz und das
Gedächtnis werden durch Ghee erhöht.
Ghee als Träger für die Einnahme von Heilmitteln
Die Heilkräfte von
Heilpflanzen können durch Ghee besser die dafür vorgesehenen Gewebe erreichen.
Magengeschwüre und Colitis können durch Ghee gelindert und die Heilung von
Wunden gefördert werden. Ghee wird ein günstiger Einfluss auf die Haut des
Menschen, die Augen und den Nasenbereich nachgesagt.
Die Herstellung von Ghee
Ungesalzene Butter bitte kurz ankochen und
dann köcheln lasen. Die Koch (Köchel)zeit richtet sich nach der Menge der
Butter. Je mehr Butter verwendet wird, umso länger ist die Zeit. Als Faustregel
gilt: pro Kilogramm Butter eine Stunde Kochzeit, das heißt, bei 2 kg Butter etwa
zwei Stunden köcheln. Den an der Oberfläche entstehende Schaum bitte nicht
abschöpfen. Jetzt bei niedriger Kochtemperatur weiter köcheln, bis die Butter
eine goldgelbe Farbe hat. Wenn aufgebrachte Wassertropfen eine knisternde
Situation verursachen, können Sie mit dem köcheln aufhören. Danach das Ghee
bitte durch ein Tuch gießen.
Ghee muss nicht in den Kühlschrank gestellt
werden. Es ist wie Öl. Wenn es dick oder gar hart wird, kann es wieder flüssig
gemacht werden, indem es mitsamt des Gefäßes, indem es sich befindet, in warmes
bzw. heißes Wasser gestellt wird.
Gunas
Die drei Gunas, die Unterscheidungsmerkmale des menschlichen
Temperamentes
sind die drei Ureigenschaften des menschlichen
Temperamentes.
Sattwa
bringt Reinheit, Klarheit, Liebe, Mitgefühl und Verständnis zum
Ausdruck
Rajas
Bewegung, Temperament und
Aggressivität
Tamas
drückt Stumpfheit, Schwere, Trägheit, Phlegma aus.
Hrdroga:
(Sanskrit, sprich: Hridroga), Herzerkrankung
Kapha:
(Sanskrit), Bioenergie der Stabilität mit den Elementen
Erde und Wasser, Hauptsitz im Magen
Karnanada
(Sanskrit), niederfrequentes Ohrrauschen wie von
Trommeln
Karnaksveda
(Sanskrit), hochfrequentes Ohrpfeifen wie von
Flöten
Königliches Ölbad → Pizzichil
Konstitution
in ayurvedischem Sinne →
Prakrti
Konstitutionstyp (Prakrti) Welcher Typ bin ich?
Um meine
bestmögliche Gesundheit, d. h. meinen Konstitutionstyp (Geburtkonstitution) – im
Sinne der AYURVEDA-Medizin – feststellen zu können, stellt sich die Frage: Wie
ist das möglich?
Dies ist möglich aufgrund bestimmter körperlicher
Ausdruckmerkmale, die auch bei ungesunder Lebensweise und Krankheit bestehen
bleiben. Sie zeigen dem erfahrenen Ayurveda-Arzt auf, welcher Typ
(Konstitutionstyp), Geburtskonstitution Prakrti) wir haben. Zusätzlich bedient
sich die AYURVEDA-Medizin bewährter Fragebogen, die auch der Patient ausfüllen
kann. Die Antworten werden in verschiedenen Spalten nach einem Punktesystem
zusammengetragen und addiert.
Mala
(Sanskrit), Ausscheidungs- und Stoffwechselprodukte
Die
drei Ausscheidungsstoffe, „Malas“ sind folgende:
Schweiß über die
Haut
Harn über Dickdarm, Niere und Blase
Stuhlgang über Dickdarm und
Enddarm
Krankheiten können auch in Folge von Störungen im Ausscheidungssystem
entstehen, die wiederum durch Störungen der Dosas (drei Bioenergien)
hervorgerufen sein können.
Mamsa
(Sanskrit), Muskelgewebe, eines der 7 Hauptgewebe (→
Dhatu)
Mantra
(Sanskrit) Gesang, heiliges Wort oder Gebetsformel. Mit dem
Klang des Mantra kann bei richtiger Anwendung bewusstseinsmäßige Fortentwicklung
bewirkt werden. Das Mantra wird als direkter Ausdruck Gottes betrachtet und
enthält die Anweisungen des Meisters. Der Schüler sollte ihn in seinem Inneren
halten und als heilig ansehen. Die Wiederholung eines Mantra läutert das Denken
und kann zu spiritueller Erfahrung führen. Das Mantra kann als Gottesname
rezitiert und gesprochen, gesungen oder zur Meditation benutzt werden. Da
Mantras aus dem Sanskrit (der Bewusstseinssprache) kommen, wirken sie direkt in
die Seele.
Mantra ist ein Begriff aus dem Sanskrit. Hiermit ist ein Wort oder
auch eine Anzahl von Worten bezeichnet, die in ihrer Zusammenstellung als Träger
phonetischer Energie anzusehen sind. Heilige Worte in der festgeschriebenen
Weise gesprochen oder nach Weiterentwicklung auch nur gedacht, d. h. rezitiert
werden.
Zur Einübung empfiehlt sich, das Mantra zunächst laut und deutlich zu
sprechen. So laut, dass man in der Lage ist, den eigenen Klang selber hören zu
können. So dringt die Schwingung immer tiefer in das Herz ein. Danach kann man
in die Stille gehen und innerlich mit den Schallklängen arbeiten. Diese
Handhabung erzeugt in starkem Maße heilende Energie. Die Mantra-Energie kann ein
Gleichgewicht zwischen Geist, Bewusstsein und Körper schaffen. Alle Worte aus
dem Sanskrit gehen in die Seele. Die Worte des Mantras dienen in verstärktem
Maße als „Seelennahrung“.
Marmas
(die vitalen Stellen des Körpers im AYURVEDA)
Im Ayurveda
kennt man 107 Marma-Punkte, bei denen es sich um „physisch-psychische
Nahtstellen“ handelt. Bei guter Funktion können die Marmas alles Leben und die
Fülle des Erlebens ermöglichen. In der Ayurveda-Medizin wird versucht, die
Marmas zu schützen und in ihrer Vitalität zu erhalten.
Die ayurvedische
Massage stützt sich auf das Wissen der Marma-Punkte. Sie sind die vitalen Punkte
des Körpers.
An diesen Stellen pulsieren Strukturen, an denen Schmerzen
entstehen können. Diese anatomischen Reflexpunkte werden auch als
Kreuzungspunkte von Prana (Atem, Lebensoden, Lebenskraft, die den Körper
durchdringende kosmische Energie) angesehen.
Der Körper des Menschen besteht
aus vielen Marma-Punkten. 365 werden als essentielle Punkte angesehen. 43 von
ihnen werden im wesentlichen in eine Behandlung mit einbezogen.
Nasya
(Sanskrit), vitalisierende Ausleitungsbehandlung für den
Kopfbereich
Nasya wird bei folgenden Erkrankungen angewandt:
Stirnhöhlenkatarrh, Kopfschmerzen, Ohrenschmerzen, Gesichtsbeschwerden,
vorzeitiger Faltenbildung und Gelbsucht, Zahnfleischbelastungen.
Die
Nasya-Therapie kann in ihrer Wirkung noch weit über die vorstehende Aufzählung
von Erkrankungen hinausgehen. Auch Jahrzehnte alte chronische Nasen- und
Stirnhöhlenerkrankungen verschwinden oft sehr schnell und nachhaltig. Gesicht,
Kopf, Hals, Schulter, Nacken und Oberkörper können zugleich gekräftigt und die
Atmung verbessert werden. Voraussetzung dafür ist, dass zuvor eine Reinigung des
Körpers mittels Pancakarma stattgefunden hat.
Bei der Nasya-Behandlung werden nach einigen Vorbereitungen Nasenöle und
Abkochungen in die Nasenlöcher gegeben, die eine tiefgreifende Wirkung
hinterlassen können.
Netratarpana
(Sanskrit, sprich: Netratarpana, Augenwannenbad mit
ayurvedischen Ölen
Ojas – die Lebenskraft
(Sanskrit, sprich Odschas). Ojas, die Lebenskraft,
ist die Essenz der sieben Hauptgewebe (Dhatus) des Körpers. Das hormonelle
Gleichgewicht wird durch Ojas, die vitale Energie, hergestellt. Auch die
Lebensfunktionen werden durch die vitale Energie, Ojas, geregelt. Alle 5
Grundelemente sind in Ojas enthalten. Ebenso alle lebenswichtigen Substanzen der
Körpergewebe. Ojas ist für die Intelligenz und das starke Immunsystem
verantwortlich.
Ojas und Kapha haben starke Bezüge zueinander. Verstärkungen
von Kapha verursachen Störungen von Ojas und umgekehrt. Diabetes, Taubheit der
Extremitäten, übermäßige Beweglichkeit von Gelenken können von solchen
Kapha-Störungen herrühren. Wenn Ojas reduziert ist, können Vata-Störungen und
Erscheinungen z.B. Wahrnehmungsstörungen, Schwäche, Angst, Bewusstseinsverlust
oder gar Tod eintreten. Ist Ojas ausgeglichen, ist auch die notwendige
Lebenskraft und Abwehrkraft des Körpers vorhanden.
Ghee steigert Ojas.
Muttermilch fördert Ojas im Körper eines Kindes und hilft, die biologische Kraft
zu entwickeln. Für Lebensbeginn und Langlebigkeit und Erhaltung der
Lebensfunktionen ist Ojas von großer Bedeutung.
Liebe, Mitgefühl, Friede,
Vitalität sind im psychologischen Bereich der Ausdruck von Ojas. Ojas stellt
auch die spirituelle Kraft eines Menschen dar, wenn es durch Disziplin
entsprechend umgewandelt wird. Starkes Ojas ist Ausdruck von Spontanität,
Attraktivität sowie von spontanem und ruhigem, beruhigend wirkendem
Lächeln.
Padabhyanga
(Sanskrit, sprich: Paadaabhjanga (-n wird nasal
gesprochen)), Fuß – und Beinbehandlung mit Öl. Alle Organe des Körpers werden
durch die Bein- und Fußbehandlung – Padabhyanga – angeregt. Padabhyanga fördert
die Lebenskraft (Ojas) und schafft einen tiefen Entspannungszustand. Besonders
bei Nervosität, Schlaflosigkeit, Taubheitsempfinden in den Füßen und
Trockenheit, ist bei Padabhyanga sehr wirksam. Dickdarm, Bauch und Becken werden
energetisiert, der Kreislauf und die Fruchtbarkeit angeregt.
Prakriti
(Sanskrit Pakrti, sprich: Pakriti), Geburtskonstitution
der Bioenergien (Doshas), bei deren Vorliegen sich die Doshas im persönlichen
Gleichgewicht befinden und wobei die bestmögliche Gesundheit vorliegt.
In
dieser – in der Geburtskonstitution – vorhandenen individuellen Verteilung der
Bioenergien, ist die bestmögliche Gesundheit gegeben. Diese stellt zugleich das
bioenergetische Gleichgewicht dar. Krankheit gedeiht auf dem Boden eines
bioenergetischen Ungleichgewichtes, das im Laufe des Lebens durch
unterschiedliche Einwirkungen entstehen kann. Ursache für ein bioenergetisches
(Dosha) Ungleichgewicht können z. B. sein: falsche Ernährung (unser übliches
Essen stellt keine Heilnahrung dar im Gegensatz zur ayurvedischen Ernährung),
nicht Beachten der Naturgesetze, die zugleich die geistigen und die göttlichen
Gesetze sind oder auch die fehlende Reinigung des Körpers im Sinne des AYURVEDA
(Panchakarma).
Pancakarma
(Sanskrit, oft auch Panchakarma geschrieben, sprich:
Pantschakarma), tiefgreifend wirksames ayurvedisches Heilverfahren, das aus fünf
Komponenten bestehen kann.
Pancakarma enthält 5 Anwendungen, durch die der
Körper gereinigt werden kann:
- Therapeutisches Erbrechen (Vamana)
- Abführen (Virecana)
- Arzneiliche Einläufe (Bastis)
- Gabe von Arzneien in die Nase, auch um Erkrankungen im Kopf-Hals-Bereich
zu behandeln (Nasya)
- Blutreinigung (Raktamokshana)
Pancakarma-Kost:
Schonende Kost in der ersten Phase eines
Panchakarma-Heilverfahrens, fettarme, sparsam gewürzte vegetarische Kost.
Pindasveda
aufbauende und stärkende intensive Teil- oder
Ganzkörperanwendung.
Die Pindasveda-Anwendung dient vor allem
Kapha-Patienten. Durch die Pindasveda-Behandlung kann das Bindegewebe
entschlackt, regeneriert und wesentlich verbessert werden.
Die am meisten
angewandte Behandlungsart geschieht, indem eine Säckchen-Therapie durchgeführt
wird. Dieselben werden mittels in Milch gekochtem Reis und Kräutermischungen
heiß gefüllt und zu einem Ball geformt. Sie werden dann nach vorgegebenen
Therapieverfahren zur Massage des Körpers unter Beigabe von Öl verwandt. Die
Behandlung erfolgt in der Regel synchron, d. h. durch mindestens 2 Therapeuten,
welche die Säckchen gleichzeitig an beiden Körperseiten ansetzen. Ein weiterer
Therapeut tauscht die abgekühlten und verbrauchten Säckchen gegen neue
aus.
Die Pindasveda-Anwendung ist eine der aufwendigsten und umfassenden
Behandlungen im Ayurveda-Bereich überhaupt. Entsprechend umfassend ist die
Indikationsstellung für die Anwendung von Pindasveda:
Bei Vata-Störungen:
Arthritis, Abmagerung, Schwäche der
Muskelfunktionen, Gesichtslähmung, Trockenheit der Haut, Gedächtnisverlust,
Schlaflosigkeit, geistiger Stress, Steifheit der Gelenke, beidseitige Lähmungen,
Kinderlähmung.
Kapha-Störungen:
Phlegmatische Beschwerden (Erkältungen, Husten,
Kongestion, Bronchialasthma, Kopfschmerzen, rheumatische Arthritis, Anämie,
Fettsucht, Verhalten von Urin, Magersucht, Schwere des Körpers,
Blutkrankheiten.
Pitta-Störungen:
Gallenbeschwerden, Blutkrankheiten.
Pitta
(Sanskrit), Bioenergie der Umwandlung mit den Elementen Feuer
und (wenig) Wasser, Hauptsitz im Dünndarm
Pizzichil
(Malayalam, auch Pizhichil oder Pizichil), ayurvedische
Schwitzbehandlung mit Massage unter fließendem, warmen Öl, besonders geeignet
zur Ausleitung lipophiler Gifte aus dem Körper
Pradhanakarma
(Sanskrit, sprich: Pradhaanakarma),
Haupttherapiephase im Rahmen eines ayurvedischen Pancakarma-Heilverfahrens
beginnt meist mit dem Abführtag, beinhaltet regelmäßig unterschiedliche → Bastis
sowie potentiell Nasya und/oder → Raktamokshana
Pulsdiagnose
Ayurvedisches Untersuchungsverfahren zur Bestimmung
der aktuellen Konstellation der Dosa (Bioenergien) (Vikriti), was zur
Abschätzung und Behandlung eines evtl. vorhandenen bioenergetischen
Ungleichgewichtes dient. Der Patient sollte dabei möglichst frei von
Beeinflussungen durch Tagesereignisse sein und nichts gegessen, getrunken oder
die Zähne geputzt haben. Daher wird die Pulsdiagnose in der Regel morgens am
Bett des Patienten durchgeführt.
Purgieren
ausleitende ayurvedische Behandlung über den Darm mit
konstitutionsgerechten Abführmitteln
Purvakarma
(Sanskrit, sprich: Puurvakarma), Vorbereitungs- und
Mobilisationsphase im Rahmen eines ayurvedischen → Pancakarma-Heilverfahrens mit
innerlichen (→ Ghee) und äußerlichen (→ Bahya Snehana) Ölbehandlungen sowie
Wärme- und Schwitzanwendungen
Raktamokshana (Ayurvedischer Aderlass)
Der Aderlass (Sanskrit:
Raktamoksana) ist seit alter Zeit eine wichtige Behandlungsform in der
AYURVEDA-Medizin. Der Aderlass dient – nach ayurvedischer Vorstellung – zum
einen der Entfernung von „verunreinigtem Blut“ (z. B. bei einigen
Hauterkrankungen) zum anderen kann er Hilfestellung bei der Heilung bzw.
Linderung vieler Erkrankungen leisten.
Der berühmte Ayurveda-Arzt Susruta hat
den Aderlass als das fünfte Reinigungsverfahren des Ayurveda (Panchakarma)
eingeordnet. Toxine, die von Magen-Darm-Trakt in die Blutbahn aufgenommen
werden, kreisen durch den Körper. Sie können sich unter der Haut oder in den
Gelenkhohlräumen manifestieren und Krankheiten verursachen. Auch in solchen
Fällen ist die Ausscheidung von Toxinen und die Reinigung des Blutes
notwendig.
Bei vielen Pitta-Erkrankungen (wenn das Feuerelement zu stark und
zuviel Hitze vorhanden ist) bewirkt die Entnahme einer kleinen Menge Blutes aus
der Vene eine Lösung der Spannung. Auch antitoxische Substanzen im Blut werden
durch den Aderlass angeregt. Hierdurch wird der Immunmechanismus wieder
aufgebaut.
Wobei kann der ayurvedische Aderlass helfen?
- Verdünnung des Blutes bei krankhafter Überdickung (z. B. bei Polyglobulie
oder Polyzythämie)
- Blutreinigung und Erneuerung des Blutes
- Aufbau des Immunmechanismus
- Verschiedene Hautekzeme, Hautausschläge, Akne, Krätze, Leukodermie
- Gicht und andere Stoffwechselerkrankungen
- Leberstörungen sowie bei Vergrößerung der Leber und Milz
- Magenübersäuerung und Mundfäule
- Körpergeruch
- Weißfleckenkrankheit („Vitiligo“)
- Krankheiten des Blutes und der Knochen (aufgrund Neutralisierung der
Toxine im Blut)
- Hämorrhoiden
Wie geht der ayurvedische Aderlass vor sich?
Es gibt einen kleinen, einen
mittleren und einen großen Aderlass, die sich jeweils aufgrund der Menge des
entnommenen Blutes unterscheiden. Beim großen Aderlass wird das Blut aus dem
Gebiet entnommen, in dem es sich gestaut hat. Beim mittleren und kleinen
Aderlass fließt das Blut aus der Vene der Armbeuge.
Im Ayurveda gibt es
folgende Methoden des Aderlasses:
A: die Veneninzision, B. das Punktieren der
Vene (wie bei einer venösen Blutentnahme), C: das Ansetzen von Blutegeln
(besonders bei umschriebenen Hautveränderungen) und D: verschiedene Mehoden des
Schröpfens. Am häufigsten kommt die Venenpunktion (Sanskrit: Siravyadha) zur
Anwendung.
Voraussetzung für die Durchführung eines ayurvedischen Aderlasses
ist eine gründliche Diagnostik auf der Grundlage der Ayurveda-Medizin. Neben
einer eingehenden Konstitutionsdiagnostik spielen aktueller Zustand der
Körperenergien, Zustand des Blutes und Allgemeinzustand des Patienten eine
besondere Rolle. Sehr oft ist der ayurvedische Aderlass Teil eines umfassenden
Behandlungskonzeptes. In diesem Falle sollten andere ausleitende Verfahren
abgeschlossen sein. Der ayurvedische Aderlass sollte möglichst am Anfang des
Herbstes oder – in anderen Jahreszeiten – an Tagen, an denen mittlere
Außentemperaturen herrschen, durchgeführt werden. Zur vorbereitenden
Mobilisierung krankmachender Faktoren werden am Tage vor dem Aderlass eine
Öl-Synchronmassage und ein Kräuterdampfbad durchgeführt.
Durch diese
vorangegangene Mobilisierung wird erreicht, dass Verunreinigungen des Blutes
zuerst und vornehmlich ausgeschieden werden. Dies wird weiter gefördert durch
die Tatsache, dass beim ayurvedischen Aderlass das Blut abfließt, ohne dass ein
Vakuum erzeugt wird.
Rasayana
(Sanskrit, sprich: Rasaajana), entstanden aus Rasa –
Nahrungsessenz, erstes Körpergewebe – und Ayana – die richtige Bewegung), heißt
übertragen: Die Körpersäfte und –kräfte auf den richtigen Weg bringen. Gemeint
sind Maßnahmen zur Regeneration von Körperzellen, was dem Alterungsprozess
entgegenwirkt und zur Steigerung der Leistungsfähigkeit und der Abwehr führt. In
der Ernährung wird Ghee und Milch betont, beim Würzen spielt der lange Pfeffer,
Pippali, eine wichtige Rolle, der den Stoffwechsel stimuliert. Medikamentös
werden hochverfeinerte Komplexverbindungen aus Kräutern und Mineralien
eingesetzt. Ebenso wichtig sind jedoch die Verhaltensweisen. Der Ayurveda
schreibt dem Respekt, dem menschlichen Verhalten, der menschlichen Wärme, dem
Mitempfinden sowie der Freundlichkeit und Wahrhaftigkeit einen verjüngenden und
gesunderhaltenden Effekt zu. Auch die Wissenschaft weiß schon seit einiger Zeit,
dass wir Menschen eigentlich für ein höheres Alter angelegt sind, als wir es
erreichen. Dass wir es nicht erreichen, könnte u. a. in den folgenden drei
Punkten begründet sein:
- Unsere Nahrung ist keine Heilnahrung, da wir Heilnahrung nicht definieren
können.
- Wir kennen die geistigen Gesetze – die zugleich die Nahrungsgesetze sind –
nicht ausreichend, obwohl wir täglich in und mit ihnen leben.
- Wir kennen die Ayurveda-Medizin nicht – oder zu wenig -, die seit
Tausenden von Jahren nicht nur ein gesundes Leben als ihre ureigene,
philosophische Grundlage ansieht, sondern auch ein langes (konkret: längeres)
Leben schon immer in Konsequenz angestrebt hat.
Die tiefgehenden Reinigungsverfahren der Ayurveda-Medizin verbessern unter
anderem die Stoffwechsel- und die Immunsituation des Menschen. Dies schafft
ebenfalls eine Grundlage, auf der man ein längeres Leben anstreben kann.
Eine
Rasayana-Therapie, die auf dem Boden eines auf diese Art gereinigten Körpers
aufbaut, kann weitere Therapieerfolge schaffen. Auch die westliche
Naturheilkunde sieht eine gute Reinigung des Körpers oft als die notwendige
Vorstufe für eine erfolgsversprechende Therapie an. Wenn aber – wie im Ayurveda
möglich – zu diesem Reinigungsprozess auch die tiefgehende Reinigung und
Ausscheidung der fettlöslichen Gifte angestrebt werden kann und dann noch die
seit Jahrtausenden bewährte Rasayana-Therapie oben drauf gesetzt werden kann,
dann kann dies etwas außergewöhnlich Erfolgreiches sein.
Männer und Frauen
können eine Rasayana-Therapie (nach vorhergehender Reinigung) durchführen.
Geschlechtsbezogen und hormonell bedingt unterscheidet sich dieselbe wie
folgt:
Frauen = RASAYANA in Kombination mit SAUNDARA (die Schönheit, die von innen
kommt)
Männer = RASAYANA in Kombination mit VAJIKRANA (Steigerung der
Manneskraft).
Rizinusöl
Rizinusöl ist ein hervorragendes Abführmittel, das im
Pancakarma verwendet wird. Seine große Wirksamkeit und Unschädlichkeit erlaubt
auch den Gebrauch bei Säuglingen.
Medial veranlagte Menschen können
feststellen, dass Rizinusöl eine weiße Lichtenergie ausstrahlt. Nicht umsonst
wurde es früher als „Christusgetränk“ bezeichnet.
Auch die med. Forschung
befasst sich mit den Früchten des Rizinusbaumes. Diese „Lichtträgereigenschaft“
könnte gute Voraussetzungen für weitere therapeutische Ansätze
bieten.
Rizinusöl ist auch als Anti-Rheumamittel geeignet, zumal es zugleich
ein abführendes und schmerzlinderndes Mittel auf natürliche Art darstellt. Aus
der Rizinuswurzel kann ein Tee gekocht werden, der bei Vata-Ungleichgewicht
(Ischias, Muskelkrämpfen, Rückenschmerzen und Arthritis) angewandt werden kann.
Aufgrund der entzündungshemmenden und antiarthritischen Wirkung kann Rizinus-Tee
zur Therapie von Gicht und zur Lösung von Kongestionen eingesetzt werden.
Roga
(Sanskrit), Erkrankung
Roga-Prasamanan-Cikitsa
(Sanskrit, sprich:
Roga-Praschamana-Tschikitsa), speziell krankheitsbezogene Maßnahme
Sanskrit:
(Sanskrit: Samskrta, sprich: Sanskrit), klassische
Sprache der Wissenschaftler Indiens, in der auch die Schriften der ayurvedischen
Lehre verfasst sind.
Shamana
(Sanskrit: Samana, sprich: Schamana), besänftigend, z. B.
in der Kombination „Shamana Basti“ = besänftigender Darmeinlauf, der gewöhnlich
spezifisch bereitete Öle enthält.
Shirobhyanga
(Sanskrit: Sirobhyanga, sprich: Schirobjanga, manchmal
auch als Siroabhyanga zu finden), ausleitende Ölkopfmassage.
Shirodara
(Sanskrit: Sirodara, sprich: Schirodhaaraa),
ayurvedischer Ölstirnguss, der tief und ausgleichend auf das vegetative
Nervensystem einwirken kann. Shirodara ist eine schlaffördernde Therapie, die
Sinne und Geist beruhigt und stärkt. Durch Shirodara kann vollkommenes
Wohlbefinden erreicht werden.
Shodana
(Sanskrit: Sodhana, sprich: Shodhana), reinigend,
ausleitend, z. B. in der Kombination „Shodhana Basti“ = reinigender
Darmeinlauf.
Sirodara
(Sanskrit, phonetisch angeglichen auch als Shirodara zu
finden, sprich: Schirodaaraa), vegetativ ausgleichender Stirnölguss
Shirodara
entstammt einer uralten Technik und kann das dritte Auge (geistiges Auge = Sitz
des kognitiven Gedächtnisses) erwecken. Dieser Ölstirnguss wirkt sehr tief in
das Vegetativum des Menschen ein und kann zu einer sehr starken und tiefgehenden
Umstimmung führen. Shirodara wirkt schlaffördernd, indem es den Geist und die
Sinne kräftigt und das Wohlbefinden steigert.
Siroroga
(Sanskrit, sprich: Schiroroga), Kopfschmerzen
Snehana
(Sanskrit), ayurvedische Ölbehandlung (innerlich und
äußerlich).
Snehapana
(Sanskrit, sprich: Snehapaana), innerliche
Fettbehandlung, oft mit Ghee.
Susruta
(Sanskrit, sprich: Suschruta), Verfasser des ayurvedischen
Werkes Susruta-Samhita (sprich Sanhita). Susruta vertritt die chirurgische
Richtung mit kompetenten Operationsbeschreibungen und anatomischen Kenntnissen
(ca. 100 n. Chr.).
Svedana
(Sanskrit), ayurvedische Wärme- und Schwitzbehandlung lokal
oder generell
Udarabasti
spezielle Auflage zur Besänftigung einer abdominellen
Vata-Störung
Udvartana
(Sanskrit), ayurvedische Ölsynchronmassage mit z. B.
vorgewärmten Reisbeuteln, auch im Sinne einer Schwitzbehandlung
Upadhatu
(Sanskrit), sog. Nebengewebe eines Hauptgewebes (→ Dhatu).
Zum Beispiel ist die Haut nach ayurvedischer Sicht ein Upadhatu des
Muskelgewebes (→ Mamsa)
Upana Sveda
(Sanskrit), ayurvedische, trockene Wärmebehandlung
Upanahasveda
(Sanskrit, sprich: Upanaahasveda), spezielle
Wärmebehandlung für einen Teil der Wirbelsäule.
Vagbhata
(Sanskrit), Autor des ayurvedischen Standartwerkes Astanga
Hridaya, lebte ca. 700 n. Chr. Und hat das bisherige Wissen der ayurvedischen
Medizin zusammengefasst.
Vamana
(Sanskrit), ayurvedisches therapeutisches Erbrechen findet
Anwendung bei → Kapha-Störungen auf dem Boden einer → Kapha → Konstitution.
Vata
(Sanskrit), Bioenergie der Bewegung mit den Elementen Luft und
Äther (Raum), Hauptsitz im Dickdarm.
Vikriti
(Sanskrit Vikrti, sprich: Vikriti), zum jetzigen Zeitpunkt
vorliegende Konstitution der Bioenergien, was u. U. ein Ungleichgewicht bedeuten
und Anlass bzw. der Boden für Erkrankungen sein kann.
Virecana
(Sanskrit, auch als Virechana zu finden, sprich:
Wiretschana), ayurvedische Abführtherapie
Zungendiagnostik
Spezifische Diagnostik der ayurvedischen Medizin,
die es ermöglicht, aus dem Zustand der Zunge auf die Vikriti und auf spezielle
Krankheitsbilder zu schließen.