Werner Wilhelm Wicker
Eine neue Heilkunst für viele chronische Erkrankungen ist
erforderlich
Unsere medizinische Situation ist im Bereich der chronischen Erkrankungen und
funktionellen Störungen zum Teil festgefahren. Über einen bestimmten Punkt
kommen wir oft mit den Therapieerfolgen nicht hinaus. Auch die
Naturheilverfahren westlicher Prägung gehen oft nicht tief genug, und es fehlt
uns auch oft der große philosophische Überbau, das große Wissen und die Weisheit
eines größeren und umfassenderen naturheilkundlichen, ganzheitlichen Systems mit
einer größeren Heilungstradition, um mit dieser großen Herausforderung unserer
Zeit besser umgehen zu können.
Schon seit einer ganzen Reihe von Jahren schaue ich interessiert nach den
östlichen Heilsystemen, die in ihrem großen Wissen, ihrer großen Weisheit und
ihrer Philosophie eine Substanz und einen Tiefgang haben, an die unsere
Naturheilkunde westlicher Prägung nicht herankommt. Woran liegt das? An unserer
Vergangenheit? An dem Mangel, Gutes zu erkennen und daraus zugleich den Nutzen
zu ziehen, es über viele Generationen zu bewahren? Fehlt uns der Zugang zu den
Quellen in einem Maße, wie es die alten Seher und Weisen im Osten besser
geschafft haben? Hat unser Kulturkreis nur Einzelkämpfer hervorgebracht, die bei
aller Achtung vor deren Leistung nicht eine über viele Generationen der
östlichen Völker gewachsenen Erfahrungen und Wissensanhäufungen einbringen
konnten? Sind wir westlichen Menschen vielleicht auch so geartet, dass wir jeder
für sich -möglichst ganz allein- „den Stein der Weisen“
finden will, um dann den Ruhm nicht teilen zu müssen?
Es mag viele Gründe und manchen Leser geben, der dies zuvor Gesagte nicht so
stehen lassen möchte. Fest steht, dass uns etwas fehlt! Nicht nur eine
Institution, die alles bezahlt, was wir so gern an ganzheitlichen und
naturheilkundlichen Angeboten wahrnehmen möchten. Nein, nicht allein dies. Es
fehlt uns oft auch an wirklich substantiellen Angeboten für bestimmte
Erkrankungen im chronischen und funktionellen Bereich. An die Quellen zu kommen,
ist die Sehnsucht vieler Menschen.
Ich selbst habe über 30 Jahre gebraucht, um überhaupt zu erfahren, welche
Nahrung eine wirkliche Heilnahrung ist. Ich habe 30-40 Jahre benötigt, um
Stirn- und Nasennebenhöhlenbeschwerden mit einem Heilverfahren endgültig
zu beseitigen und dies mit relativ einfachen Mitteln. Und ich habe eine ebenso
lange Zeit investiert, um zu verstehen, was eine wirkliche Ganzheitsmedizin
bedeutet und was zu leisten sie in der Lage ist. Aber ich möchte -auch für
mich- gern den Spruch gelten lassen: „Alles zu seiner Zeit.“
Aber wie viele chronisch Kranke haben keine Zeit mehr, sehen keinen
Silberstreif am Horizont? Wie viele kommen aus ihrer Vergiftung und
Verschlackung und der Verfestigung vieler Zusammenhänge nicht mehr heraus?
Hier ist es an der Zeit, neue Horizonte mit neuen Chancen und Möglichkeiten
aufzuzeigen. Hier muss unser Gesellschaftssystem stark und zugleich tolerant
genug sein, um Neues zuzulassen und auch zu fördern.