Entzündliche Gelenkerkrankungen stellen eine der großen
Herausforderungen in westlichen Industriegesellschaften dar. Es
existiert ein großes Repertoire an Medikamenten, Operationen und
Bestrahlungen, die jedoch einzig das Ziel verfolgen, den
Entzündungsprozess zu unterdrücken bzw. den Entzündungsherd zu
entfernen. Eine effektive Kausaltherapie entzündlicher
Gelenkerkrankungen gibt es in der konventionellen Medizin
nicht.
Naturheilkundliche Therapien versuchen, beispielsweise über
diätetische Maßnahmen (z. B. Vermeidung tierischen Eiweißes,
basenreiche Kost), entzündungshemmende Nährstoffe (z. B.
Omega-3-Fettsäuren, Vitamin E) und ausleitenden Therapien die
Neigung des Organismus zu Entzündungen zu bremsen.
Der Ayurveda geht noch einen Schritt weiter, indem die
Konstitution des Erkrankten berücksichtigt wird. Die Schaffung
eines Gleichgewichtes der Doshas fördert den Organismus in seiner
Selbstheilungstendenz und macht auf diese Weise Entzündungen
überflüssig.
Kasuistik: Primär chronische Polyarthritis
Fallbeispiel einer 54- jährigen Rheumatikerin
Frau W., eine 54-jährige Rheumatikerin, leidet seit 1979 an
rheumatischen Beschwerden. Erst 4 Jahre später wurde die Diagnose
gestellt, seitdem Behandlung mit Diclofenac 50 mg täglich,
teilweise auch wesentliche mehr. 1995 führte sie eine 5-wöchige
Panchakarma-Kur durch, worunter es zu einer so guten
Schmerzlinderung kam, dass die Dosis auf 25 mg reduziert werden
konnte (Laborwerte davon liegen nicht vor)
1996 vierwöchige Therapie in der Inneren Abteilung. Therapie mit
Einzelkrankengymnastik, Dauerbrause, Akupunkturmassagen und
Ayurveda (Kost, Sirodhara, Abhabyanga, Pizzichi), außerdem Vitamin
E und Selen als Antioxidans. Die Therapie mit 25 mg Diclofenac
wurde beibehalten, die Schmerzsymptomatik ging deutlich zurück (BSG
74/102 ? 47/76 mm n. W.). Ein halbes Jahr später (zuhause weiterhin
Selbsteinölungen mit Sesamöl, ayurvedische Kost, aber
tierisch-eiweißfrei und Vitamin E) konnte Frau W. das Diclofenac
ganz absetzen.
1997 erneuter stationärer Aufenthalt mit praktisch identischer
Therapie. Es gelang nochmals eine deutliche Schmerzreduktion.
Während die Patientin zu Beginn kaum 200 Meter laufen konnte,
bewältigte sie am Ende mehr als 2 km nahezu schmerzfrei. Die zu
Beginn schon gute Blutsenkung blieb praktisch unverändert (10/23 ?
10/30 mm n. W.)
Dr. Volker Schmiedel