Eines der größten Vermächtnisse, das die Weisen des Altertums der Menschheit
hinterlassen haben, ist die AYURVEDA-Medizin.
Sie besitzt als älteste
medizinisch-wissenschaftliches System der Welt auch eine lange Tradition an
klinischer Erfahrung.
Die „Väter des AYURVEDA“ haben sich nicht darauf
beschränkt, Krankheiten zu heilen. Schon allein aus dem absolut ganzheitlichen
Verständnis des AYURVEDA ergibt sich, dass hier mit einer allumfassenden
Weisheit und einem allumfassenden Wissen gearbeitet wird. Ziel des
AYURVEDA war von Anbeginn ein langes (längeres ) Leben verbunden mit Gesundheit
auf der körperlichen, seelischen und geistigen Ebene.
Die ayurvedische
Medizin basiert auf einer Grundlage und einer Philosophie, die auf die
Eigenschaften der Natur und des Universums eingeht. Sie geht – aufgrund tieferer
Erkenntnisse – davon aus, dass der Mikrokosmos (das Individuum) sowie der
Makrokosmos (das Universum) in ihrer Zusammensetzung absolut identisch sind.
Dieses Verständnis für die größeren Zusammenhänge und für die größere Dimension
macht auch die große allumfassende Philosophie des AYURVEDA verständlicher und
lässt erahnen, warum die AYURVEDA-Medizin auf alle – ich betone auf alle
– Fragen eine Antwort geben kann. Wenn ein Medizinsystem das gesamte Universum
und den Kosmos in seiner Vielfältigkeit und in seinen Abstufungen von der
gröbsten Materie bis hin zu den feinsten Energien erfasst, dann kann es vor
allem auch den Menschen in seinen unterschiedlichen Strukturen bis hin zu seinen
individuellen, feinstofflichsten Ebenen und seiner seelischen Daseinsform
erfassen. Es kann dann auch den Geist als ständig seiendes Prinzip, als hinter
der Materie stehendes, die Materie formendes Prinzip, voll mit
einbeziehen.
Die Panchakarma-Therapie – das Herzstück der ayurvedischen
Heilungstherapien überhaupt – die wir in unserer Klinik anwenden, soll bereits
vor 8.000 Jahren entstanden sein. Diese Therapie ist der zentrale Bestandteil
eines einzigartigen Systems aller Heilungstechniken. Sie wurde dem Vernehmen
nach den frühesten Sehern auf der Erde vermittelt und bleibt das bedeutendste
Bindeglied zur unsterblichen Essenz des menschlichen Lebens.
Auch der
berühmte Ayurveda-Arzt Caraka (1. Jahrhundert v. Chr.) hat die
Reinigungspraktiken des Panchakarma als die zentrale Achse eingeführt, um die
herum sich sämtliche ayurvedischen Heilungstherapien drehen. Er hat sie als „die
eine unabhängige Hauptdisziplin definiert, die zur Förderung der Gesundheit
angewendet werden soll“.
Die ayurvedische Medizin legt großes Gewicht auf
das Gleichgewicht der drei Doshas (genannt Vata, Pitta, Kapha, die unsere drei
Bioenergien verkörpern und in denen die energetischen Prinzipien der 5 Elemente
enthalten sind). Dieses Gleichgewicht sollte so weit als möglich
aufrechterhalten werden, obwohl die drei Doshas in einem ständigen Fluss sind.
Mit der Störung dieses Gleichgewichtes beginnt der Krankheitsprozess.
Das
Gleichgewicht der drei Doshas bedeutet aber nicht, dass dieselben gleich stark
sein müssen. Das Gleichgewicht ist dann gegeben, wenn es unserer angeborenen
ganz individuellen Dosha-Verteilung (Geburtskonstitution, genannt Prakrti)
entspricht.
Prakrti ist Gleichgewicht und bestmögliche Gesundheit.
Vikriti ist Ungleichgewicht und der Boden für Erkrankungen.
Aufgabe der
Ayurveda-Medizin ist es, dieses Ungleichgewicht zu erkennen und in Richtung
Gleichgewicht zurückzuführen.
Nach der Ayurveda-Medizin können
Krankheiten durch eine Verstärkung oder Beeinträchtigung der biologischen Kräfte
(d. h. durch ein bioenergetisches Ungleichgewicht) – materiell gesehen – durch
Vermehrung oder Verringerung der Körpersäfte hervorgerufen werden. Das
Interessante für uns westliche Menschen aber ist, dass wir die Körpersäfte durch
das Bemühen um das Gleichgewicht der drei Doshas steuern können.
Unser
überdecktes Ich, das sich entfalten möchte, stellt unser absolutes Gleichgewicht
dar. In der Regel haben wir keine Vorstellung davon, wer wir wirklich sind. In
der Regel kennen wir auch nicht den Weg, der uns zu unseren wahren Selbst führt.
Er ist uns durch die bestehenden Ungleichgewichte verborgen, wie der Himmel,
wenn es bewölkt ist. Die Ayurveda-Medizin ist darauf eingestellt, dem Patienten
seine Ausgewogenheit zurückzugeben. Dabei wird er gleichzeitig in die Erfahrung
mit seinem wahren Selbst- dem eigenen Ich – zugeführt. Es gibt keine
festgeschriebenen Standartverfahren, es zu finden. Das Ziel dahin erreichen wir
auf unserem individuellen Weg, den uns der Ayurveda-Arzt aufzeigt. Das
schöne am Ayurveda ist, dass er den Menschen heilt, indem er ihn zu seinem
wahren Selbst zurückführt.
Wir stehen hier erst am Anfang einer
Zeitepoche, die uns Stück für Stück an die Quellen eines der großartigsten aller
naturheilkundlichen Medizin-Systeme heranführen wird, die es je auf dieser Erde
gegeben hat. Keine oder nur wenige andere Gesundheitslehren haben diesen
Wissensumfang -gepaart mit Weisheit – vorzuweisen wie die
Ayurveda-Medizin.
Begegnen wir ihr mit der Demut und dem Respekt, den sie
verdient. Je stiller und ernsthafter wir uns damit beschäftigen und darauf
einlassen können, um so mehr können wir dieses großartige Naturheilverfahren
verstehen und von ihm profitieren.