Dr. Peter Hain
Nach über 36 Jahren ärztlicher Tätigkeit, davon 14 an
Universitätskliniken und 2o Jahre als Internist/Kardiologe und leitender Arzt
einer großen Klinik, habe ich die Möglichkeiten, aber auch die Grenzen und
Limitierungen des Leistungsvermögens der heutigen inneren Medizin/Kardiologie im
intensiven Erleben kennen gelernt. Allein in den letzten 20 Jahren konnte ich
meine Erfahrungen an über 30 Tausend Patienten erweitern und erhärten und aus
dem klinischen Alltag heraus zur Verbesserung der Diagnostik neue Methoden
entwickeln. Aber ich habe nicht nur Erfolge gehabt und bin oft genug an die
Grenzen des bisher Machbaren gestoßen. Mit dem Wunsch nach weiteren
Verbesserungen und mit der Neugier des Hungrigen, der den eigenen Tellerrand
noch nie als natürliche Grenze anerkannt hat, hatte ich das Glück, ein völlig
anderes medizinisches System kennen zu lernen, den AYURVEDA.
Als ich dem AYURVEDA begegnet bin, hatte ich das Gefühl, einen mir schon
lange Vertrauten gefunden zu haben. Schon immer hatte ich den Eindruck, dass
Menschen mit unterschiedlicher Konstitution bei ähnlichem Krankheitsbild anders
behandelt werden müssen. Und vielfach bewährten sich relativ schwache
Medikamente bei der Dauertherapie besser als die hoch gelobten starken. Und ich
habe immer auch schon sehr kleine Dosierungen gegeben, so dass ich im
Kollegenkreis als „der Homöopath“ belächelt wurde, aus dem Gefühl heraus, dass
das starke Medikament und die hohe Dosierung einen Kampf mit dem Organismus
beginnt, anstatt ihm zu helfen, weil wichtige biologische Regelkreise gestört
und verteidigt werden.
Und jetzt, im ayurvedischen Medizinsystem finde ich alle meine Forderungen
erfüllt, ist meine Neigung zur individuellen Therapie erwünscht, die spezifische
Betrachtung Voraussetzung für den Beginn der Therapie überhaupt, und – der
Patient steht im Mittelpunkt des Interesses.
Als ich die Gelegenheit erhielt, den AYURVEDA von Grund auf zu erlernen, fand
ich eine weitgehende Bestätigung meiner ärztlichen Lebenserfahrung. Und vieles
verstehe ich jetzt im bisherigen Erfahrungsbereich auch besser. Ich freue
mich auf die neue Tätigkeit, auch darauf, in Synthese mit einer außerordentlich
gut ausgerüsteten Klinischen Medizin den modernen Anforderungen gerecht zu
werden.