Ananda Samir Chopra
Was ist Colitis ulcerosa ?
Die Colitis ulcerosa ist eine entzündliche Erkrankung des
Darmes, insbesondere des Dickdarms, die meist chronisch in
wiederkehrenden Schüben verläuft. Vor allem die oberflächlichen
Schichten der Darmschleimhaut sind entzündet und es entstehen
Geschwüre, die leicht bluten. Blutiger Stuhlgang, Durchfall (bis zu
15 bis 20 mal täglich) und kolikartige Leibschmerzen sind typische
Symptome eines akuten Schubes einer Colitis ulcerosa. Betroffen
sind vor allem Menschen zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr, Frauen
etwas häufiger als Männer. Die Colitis ulcerosa ist eine chronische
Erkrankung, allerdings kann es lange beschwerdefreie Zeiten geben.
Im akuten Schub ist oft ein Krankenhausaufenthalt nötig und es kann
zu lebensgefährlichen Komplikationen kommen. Nach heutigem Wissen
besteht bei Menschen, die an Colitis ulcerosa leiden ein erhöhtes
Risiko, an Darmkrebs zu erkranken.
Die Ursachen für diese chronische Erkrankung sind ungeklärt, es
ist anzunehmen, dass bei der Entstehung von Colitis ulcerosa
verschiedene Faktoren zusammenwirken. Dazu gehören erbliche,
infektiöse und psychische Faktoren.
Oft ist die Colitis ulcerosa nur schwer vom so genannten Morbus
Crohn zu unterscheiden. Der Morbus Crohn ist ebenfalls eine
chronisch entzündliche Darmerkrankung, die zwar meist im Dünndarm
auftritt aber auch andere Teile des Magen-Darm-Traktes befallen
kann. Beim Morbus Crohn treten sehr tiefgehende Geschwüre auf, die
alle Schichten der Darmwand betreffen können, also nicht nur die
Schleimhäute wie bei der Colitis ulcerosa. In den Symptomen sind
sich Morbus Crohn und Colitis ulcerosa häufig sehr ähnlich. In
solchen Fällen kann eine Zuordnung zu dem einen oder anderen
Krankheitsbild nur durch die Untersuchung von Gewebeproben
erfolgen, die bei einer Darmspiegelung entnommen werden. In manchen
Fällen ist aber auch nach einer solchen Untersuchung die eindeutige
Zuordnung zu dem einen oder dem anderen Krankheitsbild nicht
möglich.
Colitis ulcerosa aus ayurvedischer Sicht
Dem Ayurveda (siehe Artikel Was heißt Ayurveda ?) liegt ein
eigenes umfassendes wissenschaftliches System zugrunde. Das
bedeutet, dass der Ayurveda ganz eigene Vorstellungen von der
Entstehung und Entwicklung von Krankheiten besitzt (siehe Artikel
Krankheitsentstehung im Ayurveda). Zum besseren Verständnis der
ayurvedischen Therapieansätze, stellen wir kurz einige ayurvedische
Anschauungen zur Entstehung und Entwicklung der Colitis ulcerosa
vor. Bitte beachten Sie dabei aber immer folgende Punkte:
· Ayurvedische
Anschauungen zur Entstehung und Entwicklung von Krankheiten sind
außerordentlich komplex. Neben den Veränderungen im menschlichen
Körper müssen zum Beispiel auch Ernährung und allgemeine
Lebensweise als Krankheitsursachen berücksichtigt werden. Um den
Rahmen dieses Artikels nicht zu sprengen, beschränken wir uns hier
auf einige typische Konzepte. Insbesondere betrachten wir dabei die
Auffassungen zur Ursache (der Fachbegriff dafür lautet im Sanskrit:
Nidana), zur Entwicklung (im Sanskrit: Samprapti) und zur
Symptomatik (Sanskrit: Rupa) der Krankheit
· Die ayurvedischen
Krankheitsbezeichnungen lassen sich nur schwer oder gar nicht mit
modernen, medizinisch definierten, Krankheitsbildern gleichsetzen.
Um nun Krankheitsbilder aus ayurvedischer Sicht sinnvoll
klassifizieren zu können, orientieren wir uns hier vor allem an der
Krankheitssymptomatik, wie sie heutzutage in der modernen Medizin
definiert wird. Diese definierte Krankheitssymptomatik beschreiben
wir dann in ayurvedischen Kategorien. Ein solches Vorgehen scheint
aus pragmatischen Gründen sinnvoll und geschieht durchaus im
Anschluss an die moderne ayurvedische Fachliteratur (z. B. Singh
1991 und Desai 1985-1990). In unserer täglichen klinischen Arbeit
in einer Ayurveda-Klinik in Deutschland bedenken wir immer beides,
die moderne medizinische Diagnose und die ayurvedische
Krankheitsbeschreibung.
· Sowohl die genaue
Diagnose einer Erkrankung, als auch die rechte Therapie müssen im
Ayurveda immer äußerst individuell betrachtet bzw. geplant werden.
Bezüglich der Diagnosestellung kann dies heißen, dass Patientinnen,
die aus schulmedizinischer Sicht unter der gleichen Erkrankung
leiden, im Ayurveda unter Umständen unterschiedlichen
Krankheitsgruppen zugeordnet werden. Die folgende Darstellung kann
also nur zur groben Orientierung dienen. Im konkreten Fall raten
wir immer dazu, einen ayurvedisch ausgebildeten Arzt
aufzusuchen.
Wie betrachtet der Ayurveda die Colitis ulcerosa ?
Aus ayurvedischer Perspektive kann man die Colitis ulcerosa in
die Gruppe der Erkrankungen mit Durchfall einordnen (Sanskrit:
atisara. Andere ayurvedische Krankheitsbezeichnungen, hier in Frage
kommen sind etwa Pravahika oder Graha?i). Unter diesem Leitsymptom
werden eine Vielzahl unterschiedlicher Erkrankungen
zusammengefasst. Je nach Symptomatik und Auslöser werden die
Durchfallerkrankungen im Ayurveda vielfach unterteilt. Die genaue
Zuordnung zur jeweiligen ayurvedischen Erkrankung muss immer
individuell erfolgen. Im Allgemeinen sind blutige Durchfälle (im
Sanskrit raktatisara-) typische Symptome bei den ayurvedischen
Kategorien von „Pitta-bedingtem Durchfall“ und „psychisch
bedingtem“ Durchfall (sokaja- atisara- , wörtlich übersetzt „durch
Kummer verursachter Durchfall“ siehe z. B. Madhavanidana 3.9 und
3.20).
Allgemeine und typische Ursachen dieser Erkrankung sind
aus ayurvedischer Sicht vielfältig. Zunächst zählt man dabei
nahrungsbedingte Ursachen auf, wie zum Beispiel den übermäßigen
Genuss von sehr scharfen, frittierten und sauren Speisen. Auch
Infektionen des Darmes können eine solche Erkrankung begünstigen,
ebenso wie Angst und Kummer als psychische Ursachen.
Die genannten Ursachen bewirken aus ayurvedischer Sicht eine
kombinierte Störung von Vata und Pitta. Die Verdauungskraft (der so
genannte Agni) ist eingeschränkt. Dieser Prozess führt dann zur
bekannten Symptomatik mit Entzündung der Darmschleimhaut und
blutigem Durchfall. Aufgrund der Einschränkung der Verdauungskraft
kann es dazu kommen, dass Nährstoffe aus der Nahrung nicht mehr gut
verwertet werden. Je nach betroffenem Do?a können auch
Allgemeinsymptome auftreten wie zum Beispiel allgemeine Schwäche,
Hauttrockenheit und Einschlafstörung bei starker Vata-beteiligung
oder rote Hautausschläge und Reizbarkeit bei starker
Pitta-beteiligung.
Bei der Diagnose der Colitis ulcerosa müssen aus ayurvedischer
Sicht neben einer genauen Betrachtung der Symptomatik, wie oben
beschrieben, auch andere Faktoren berücksichtigt werden (siehe
Artikel Diagnose im Ayurveda). Die individuelle Konstitution muss
immer betrachtet werden, darüber hinaus ist insbesondere auch der
Zustand des Agni zu untersuchen. Unter diesem Begriff werden
verschiedene Umwandlungs- und Verwertungsprozesse im Menschen
zusammengefasst.
Wie behandelt man aus ayurvedischer Sicht die Colitis
ulcerosa ?
Eine umfassende Diagnoseerhebung ist Voraussetzung für die
Einleitung einer sinnvollen und individuellen ayurvedischen
Therapie.
Im Ayurveda herrscht ein sehr weiter Begriff von Therapie (siehe
Artikel Ayurvedische Therapie im Überblick). Nicht nur die
Verabreichung von Arzneimitteln gilt hier als Therapie, sondern
Therapie beginnt schon viel früher und grundsätzlicher. Nach einer
allgemeinen Einteilung zählt man zur Therapie zunächst Empfehlungen
zur Ernährung und allgemeinen Diätetik, erst danach folgen dann die
Gabe von Arzneimitteln und intensivere Therapieverfahren.
Die Diätetik bei Colitis ulcerosa muss sich immer nach
der jeweiligen Symptomatik richten. Allgemein gilt, dass die
auslösenden Ursachen (wie oben aufgeführt) zu meiden sind. In Bezug
auf die Ernährung heißt das, dass sehr scharfe, saure und
frittierte Speisen ebenso wie sehr schwer verdauliche Nahrung
gemieden werden sollten. Allgemein empfohlen wird leicht
verdauliche Kost wie etwa Reisbrei oder Gerstenbrei, insbesondere
im akuten Stadium. Wenn der akute Schub abgeklungen ist, können
auch gekochter Reis, Gemüse, wie etwa Auberginen und auch etwas
Fisch (aus ayurvedischer Sicht wird in dieser Situation
Süßwasserfisch empfohlen, kein Meeresfisch) gegessen werden. Im
Rahmen der allgemeinen Diätetik wird im akuten Stadium der
Erkrankung absolute Ruhe empfohlen, neben der körperlichen Schonung
sollten auch seelische Aufregungen vermieden werden.
In der ayurvedischen Therapie der Colitis ulcerosa muss
ebenfalls die individuelle Symptomatik beachtet werden. Die
Therapie gliedert sich allgemein gesprochen in „besänftigende“,
„ausleitende“ und „stärkende“ Maßnahmen. Im akuten Stadium geht es
darum, den akuten Schub zu beenden und die Entzündungsaktivität zu
reduzieren. Hier kommen verschiedenartige Therapieansätze in Frage.
Falls der Kräftezustand des Patienten es zulässt, kann eine milde
ausleitende Kur (s. u. im Fallbeispiel) sinnvoll sein. Der Ayurveda
empfiehlt auch eine Vielzahl von pflanzlichen Arzneien bei Colitis
ulcerosa. Im akuten Schub gelten Präparationen aus der Rinde des
Baumes Holarrhena antidysenterica (im Sanskrit: Ku?aja) als
besonders wirkungsvoll. Andere pflanzliche Präparationen, die hier
zum Einsatz kommen, sind zum Beispiel die Bel-Frucht (im Sanskrit
Bilva, botanisch: Aegle marmelos) oder auch der indische Weihrauch
(Boswellia serrata). Interessanterweise gibt es für diese beiden
Pflanzen auch experimentelle und gelegentlich auch klinische Daten,
die einen therapeutischen Erfolg bei Colitis ulcerosa belegen (für
Aegle marmelos z. B. Jagtap et al. 2004, für Boswellia serrata z.
B. Gupta et al. 2001). Allerdings sollten solche und andere
ayurvedische Arzneien immer individuell ärztlich verordnet
werden.
Fallbeispiel einer Patientin mit Colitis ulcerosa
Im folgenden dokumentieren wir den Fall einer Patientin mit
Colitis ulcerosa, die sich seit über sieben Jahren in ayurvedischer
Behandlung befindet. Diese komplexe Fallbeschreibung macht
deutlich, dass eine chronische Erkrankung wie die Colitis ulcerosa
oft über längere Zeiträume immer wieder eine Behandlung
erforderlich macht. Diese Fallbeschreibung zeigt aber auch, dass
neben der intensiven ayurvedischen Behandlung während eines
Klinikaufenthaltes auch die Ernährung und allgemeine Lebensführung
im Alltag von großer Bedeutung ist. Durch die Kombination von
klinisch angewendeter Ayurveda-Therapie und angemessener Ernährung
und Diätetik im Alltag war die die Patientin, die sonst jährlich
einen akuten Schub der Colitis ulcerosa erlitt, immerhin über vier
Jahre symptomfrei.
1. Aufenthalt in der Ayurveda-Klinik Kassel:
Vorgeschichte: Als die damals 35jährige Patientin 1999
zum ersten Mal in die Ayurveda-Klinik Kassel kommt, berichtet sie,
dass bei ihr seit dem 16. Lebensjahr eine Colitis ulcerosa bekannt
sei. Etwa einmal jährlich kommt es zu einem akuten Schub mit
blutigen Durchfällen aber wenig Allgemeinbeschwerden. Auf
Nachfragen gibt die Patientin an, dass die akuten Schübe häufig
(aber nicht immer) bei psychosozialen Belastungen aufgetreten
seien. Eine regelmäßige Medikamenteneinnahme lehnt die Patientin
ab. Die Patientin ist sehr erfolgreich in einem kaufmännischen
Beruf tätig und berichtet, dass sie die blutigen Durchfälle oft
einfach ignoriere. Zu ihrem ersten Aufenthalt in der
Ayurveda-Klinik Kassel kommt die Patientin im Anschluss an einen
Aufenthalt in einem Akutkrankenhaus. Etwa vier Wochen vor Aufnahme
in die Ayurveda-Klinik war es zu einem akuten Schub der Colitis
ulcerosa gekommen, die Patientin musste mit Cortison-Präparaten und
Mesalazin (ein entzündungshemmendes Medikament ohne Cortison)
stationär behandelt werden. Zur gleichen Zeit hatte die Patientin
auch an akutem Ischias gelitten. Nach der Entlassung aus dem
Akutkrankenhaus und vor der Aufnahme in die Ayurveda-Klinik hat die
Patientin aus eigenem Antrieb ihre Medikamente abgesetzt. Bei
Aufnahme gibt sie an, etwa dreimal täglich weichen Stuhlgang zu
haben, ohne sichtbaren Blutbeimengungen. Außerdem besteht auch noch
eine leichte Ischias-Symptomatik mit Schmerzen, die von der
Lendenwirbelsäule vor allem ins linke Bein ausstrahlen.
Ayurvedische Diagnose: Aus ayurvedischer Sicht hat die Patientin
eine Pitta-dominierte Konstitution, aktuell besteht eine
Vata-Verstärkung. Das verstärkte Vata affiziert sowohl den Darm als
auch den Rücken. Die Darmsymptomatik ebenso wie der Ischias sind
Ausdruck dieser Störung.
Therapie und Verlauf:
Im Rahmen dieses ersten Aufenthaltes wird in auf der Grundlage
des Pañcakarma-Konzepts ein kurzzeitiges (18 Tage) intensives
Heilverfahren durchgeführt, das im einzelnen folgende Elemente
enthält:
I. „Mobilisierende Maßnahmen“ (Purvakarma):
Snehana („Therapie mit Ölen und Fetten“), hierzu gehören
äußerliche Anwendungen mit speziellen Ölen und Fetten ebenso wie
die innerliche Einnahme eines speziell aufbereiteten Butterfetts
über mehrere Tage. Die äußerlichen Ölanwendungen werden während des
gesamten Aufenthalts durchgeführt.
Svedana („Schwitztherapie“) dies sind unterschiedliche
Wärme- und Schwitzanwendungen. Neben einer Dampfsauna mit
spezifischen Kräutern kommen bei der Patientin auch spezielle
Wärmebehandlungen für den Rückenbereich zur Anwendung.
II. „Hauptmaßnahmen“ (Pradhanakarma):
Virecana, Abführtherapie
Bastikarma, speziell zusammengestellte Darmeinläufe.
Grundlage des ayurvedischen Vorgehens ist größtmögliche
Berücksichtigung der Individualität. So werden die Öle und Fette
für innerliche und äußerliche Therapie speziell auf den einzelnen
Patienten abgestimmt. Ebenso Art, Dauer und Intensität der Fett-
und Schwitzbehandlung. Über den gesamten Zeitraum erhält die
Patientin eine leicht verdauliche lakto-vegetarische Kost, die je
nach Therapiephase unterschiedlich zusammengesetzt ist.
Unter dieser Behandlung kam es zu einer deutlichen Besserung der
Rückenbeschwerden und der allgemeinen Befindlichkeit. Frequenz und
Konsistenz des Stuhlgangs sind wie zu Beginn der Behandlung
(dreimal täglich, keine Blutbeimengungen). Für eine weiter
Dauertherapie empfehlen wir ein Präparat mit Boswellia
serrata-Harzen. Daneben erfolgt eine ausführliche diätetische
Beratung aus ayurvedischer Sicht.
2. Aufenthalt (2000): Etwa ein Jahr nach dem ersten Aufenthalt
in der Ayurveda-Klinik kommt die Patientin wieder zu Aufnahme. Seit
einigen Wochen hat sie blutige Durchfälle und eine
Nasennebenhöhlenentzündung. Seit einem vier Monate zurückliegenden
Urlaub in Südamerika leidet sie außerdem an starker Akne der
Gesichtshaut. Die von uns empfohlenen Präparate habe sie nur
unregelmäßig eingenommen und die Ernährungsempfehlungen habe sie
nicht berücksichtigen können.
Therapie und Verlauf: Auch jetzt besteht wieder eine deutliche
Pitta- und Vata-Störung mit entzündlicher Aktivität (aus
ayurvedischer Sicht ist auch die Akne Ausdruck eines verstärkten
Pitta und Vata). In Anbetracht der starken – auch laborchemisch
deutlichen – Entzündung raten wir der Patientin ein Akutkrankenhaus
aufzusuchen. Dies lehnt sie ab und vereinbart mit den behandelnden
Ärzten der Ayurveda-Klinik, dass sie zunächst eine ayurvedische
Therapie beginnen möchte und nur wenn diese ayurvedische Therapie
innerhalb von einer Woche nicht zu einer deutlichen Besserung
führt, würde sie in ein Akutkrankenhaus gehen. Angepasst an die
aktuelle Situation der Patientin beginnen wir mit einer individuell
geplanten Pañcakarma-Therapie (siehe oben). Schon in der ersten
Woche kommt es zu einer deutlichen Abnahme der
Entzündungsaktivität, was sich in der Laboruntersuchung nachweisen
lässt: Die Blutsenkungsgeschwindigkeit, ein allgemeiner Laborwert
für Entzündungen, beträgt zu Beginn des stationären Aufenthaltes 42
mm (in der ersten Stunde) und geht dann deutlich zurück auf 18 mm
am 15. Tag. Nach dem insgesamt dreiwöchigen stationären Aufenthalt
in der Ayurveda-Klinik Kassel hat sich der Stuhlgang normalisiert
und die Patientin fühlt sich wohl. Die Entzündungswerte befinden
sich im Normbereich, es besteht aber noch eine leichte Blutarmut.
Wiederum erfolgt eine ausführliche diätetische Beratung aus
ayurvedischer Sicht.
3. Aufenthalt (nur zur ambulanten Sprechstunde) (2001): Etwas
mehr als ein Jahr nach dem zweiten Aufenthalt kommt die Patientin
in die ambulante Sprechstunde und berichtet, dass sie seit einigen
Tagen starke Rückenschmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule habe
und seit drei Wochen wieder Blut im Stuhlgang. Durch diätetische
Maßnahmen und die Einnahme von pflanzlichen Nahrungsergänzungen aus
der ayurvedischen Medizin lässt sich dieser Schub gut beherrschen
und ihr Zustand bessert sich im Verlauf der nächsten Wochen.
4. Symptomfreies Intervall (2001 - 2005): In den nächsten
vier Jahren bleibt die Patientin ohne einen akuten Schub ihrer
Colitis ulcerosa. In diesem Zeitraum orientiert sie sich weitgehend
an den ayurvedischen Empfehlungen zur Ernährung und Lebensführung
und berichtet, dass es ihr damit sehr gut ginge. Hin und wieder
komme es auch zu „Ausrutschern“. Eine dauerhafte Einnahme von
(ayurvedischen) Arzneien oder Nahrungsergänzungsmitteln lehnt sie
allerdings ab. In diesen vier Jahren kommt die Patientin einmal zu
einem ayurvedischen Kuraufenthalt, mit der Absicht, ihren guten
Zustand zu stabilisieren.
5. Aufenthalt (2005): Nach insgesamt vier Jahren ohne einen
akuten Schub kommt die Patientin erneut im akuten Schub mit
blutigen Durchfällen, Bauchschmerzen und auch Gelenkbeschwerden.
Sie habe eine schwere private Krise durchlitten und habe dann noch
Medikamente eingenommen, die – so meint die Patientin – ihre
Darmentzündung gefördert hätten. Durch eine intensive
Pañcakarma-Therapie kann auch dieses Mal der akute Schub
erfolgreich behandelt werden. Im Anschluss an die ayurvedische Kur
kann die Patientin bei Einhaltung der diätetischen Empfehlungen und
Einnahme spezifischer pflanzlicher Nahrungsergänzungen den Zustand
weiterhin stabil halten.
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Madhavanidana by Madhavakara with the Commentary
Madhukosa by Vijayarak?ita & ørika??hadatta and with extracts
from Ata?kadarpa?a by Vachaspati Vaidya edited by Vaidya Jadavji
Tricumji Acharya (Jaikrishnadas Ayurveda Series No. 68) 1st
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Sengupta, Kaviraj Nagendra Nath The Ayurvedic System of
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Calcutta 1906. 2nd Indian Reprint, New Delhi 1994.
Singh, R.[am] H.[arsh] 1991: AyurvedIya NidAna Ciktsa ke
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(Chaukhamba Ayurveda Granthamala No. 9).